„Icke“, „dit“ oder „wa“ hört man in unserer Bundeshauptstadt an jeder Ecke, denn hier wird noch so richtig frei Schnauze berlinert. Für Nichtberliner ist dieser Dialekt und auch die doch recht schroffe Art zunächst erst einmal gewöhnungsbedürftig, nach einiger Zeit merkt man dann aber doch, dass es sich hier meist um den Typus „Hart, aber Herzlich“ handelt. „Echte“ Berliner werden ohnehin hier immer seltenener, denn inzwischen besteht knapp die Hälfte der 3,4 Millionen Einwohner aus zugezogenen. Da ein gutteil davon aus aller Herren Länder kommt, gilt die Metropole als wahrer Schmelztiegel der Kulturen.
Das wiedervereinigte Berlin, welches nach der Wende wieder ein eigenständiger Stadtstaat ist, wurde 1999 zudem Regierungssitz der BRD. Wer den Parlamentariern mal bei der Arbeit zuschauen möchte, sollte dafür entweder im „Café Einstein“ vorbeischauen oder den Reichstag mit seiner gläsernen Kuppel besuchen, der sich bei den Touristen meist allergrößter Beliebtheit erfreut. À propos Tourismus: In der deutschen Hauptstadt spielt dieser mittlerweile eine sehr große Rolle. Nach London, Paris und Rom ist Berlin eine der meistbesuchten Städte Europas, kein Wunder bei dem Angebot an kulturellen Highlights wie historischen Stätten, Museen, Großveranstaltungen und Einkaufsmöglichkeiten.
Doch auch im Bereich der Wirtschaft hat sich Berlin über seine Grenzen hinaus einen Namen gemacht, auch wenn die allgemeine wirtschaftliche Lage noch verbesserungswürdig ist und auch die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist. Nachdem sich die Stadt an der Spree in den letzten 15 Jahren zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelt hat, haben sich zahlreiche Unternehmen wie Allianz, Siemens oder AEG hier angesiedelt. Ein Anfang ist also bereits gemacht. Mehr als 80 Prozent der Firmen zählen dabei zum Dienstleistungssektor, indem etwa 600.000 Erwerbstätige arbeiten.
140.000 Studenten bevölkern Berlin
Auch in Sachen Wissenschaft und Forschung ist Berlin ebenfalls ganz vorne mit dabei. An insgesamt vier Universitäten, vier Kunsthochschulen, sieben Fachhochschulen und zwölf private Hochschulen lernen rund 140.000 Studenten, von denen der Großteil mit knapp 100.000 Akademikern auf die Universitäten entfällt. Den größten Zulauf hat dabei mit 31.000 Studierenden die Freie Universität (FU), die im Rahmen der Exzelleninitiative 2007 den Titel der Eliteuniversität verliehen bekam. Schwerpunkte werden in den 12 Fachbereichen auf Wirtschaft, Sprachen, Recht und Geschichte gelegt.
Die zweite große Uni mit etwa 34.000 Studenten ist die Humboldt-Universität, die mit der Charité die größte medizinische Fakultät in Europa im Portfolio hat. Bereits 1710 als Pesthaus gegründet, ist sie heute eine bedeutende Lehr-und Forschungseinrichtung – und natürlich weltberühmtes Krankenhaus. Neben den vielen Hochschulen sind aber auch Forschungsorganisationen wie die Max-Planck oder die Frauenhofer-Gesellschaft mit einigen Instituten in der Stadt vertreten.
Studieren in Berlin ist nicht nur auf Grund der exzellenten Universitäten für viele Studierende attraktiv, die Hauptstadt bietet neben zahlreichen Kulturangeboten auch die Möglichkeit, das Studentenleben in vollen Zügen auszukosten: Erholung vom stressigen Uni-Alltag bieten nicht nur die vielen Parks, auch Events, Feste und Clubs bieten Abwechslung für Studierende.
Da man als kluger Kopf einer Berliner Hochschule auch eine entsprechende Unterkunft benötigt, wird man auf den ersten Blick begeistert sein von den scheinbar günstigen Mietpreisen, doch nach der ca. dritten Wohnungsbesichtigung kommt man schnell dahinter, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Viele Wohnungen oder WG-Zimmer sind zum Beispiel noch mit antiken Kohleöfen ausgestattet, die ja nun wirklich niemand mehr haben will. In den Trendbezirken wie Friedrichshain, Prenzlauer Berg oder Mitte sind die Mieten übrigens im Durchschnitt ein wenig teurer als in anderen Stadtteilen.
In diesen speziell bei Jüngeren beliebten Stadtteilen ist die Studentendichte wahrscheinlich um Einiges höher, als die durchschnittlich 3,93 Prozent in der gesamten Stadt. Das ist prozentual gesehen natürlich nicht viel, aber angesichts einer Gesamtstudentenzahl von 140.000 kann sich der Stadtkämmerer bei einer Zweitwohnsitzsteuer von 5% über willkommene Zusatzeinnahmen freuen. Viele entscheiden sich bei längeren Studienaufenthalten in der Hauptstadt deshalb, „echte“ Berliner zu werden.
Das Sightseeing könnte länger dauern
Natürlich muss man als solcher seine Stadt auch in- und auswendig kennen. Da bietet es sich doch an, mit einer Sightseeingtour zu beginnen. Egal ob in einem der berühmten Doppelstockbusse, per Fahrradrikscha oder auch bei einer Erkundungsfahrt über die Spree, es gibt viele Möglichkeiten, Berlin zu erkunden. In der Weltmetropole reiht sich praktisch eine Sehenswürdigkeit an die andere, wobei das Brandenburger Tor wohl die bekannteste sein dürfte. Dieses Wahrzeichen der Stadt ist nun ein Symbol der deutschen Einheit, während es die Jahrzehnte davor Sinnbild der Teilung war. Einigen Zeitgenossen dürfte sich in diesem Zusammenhang auch der fragwürdige Auftritt David Hasselhoffs in Blinker-Lederjacke ins Gedächtnis gebrannt haben, der, wäre die Mauer nicht schon längst gefallen, das angeblich noch 100 Jahre bombensicher stehende Bauwerk mit seiner Sangeskunst ganz sicher zum Zerbröseln gebracht hätte. Als weitere Punkte auf dem Besichtigungsplan sollten unbedingt der Potsdamer Platz, der Alexanderplatz mit seinem Fernsehturm und der Weltzeituhr oder auch die Siegessäule auftauchen.
Wer sich für Museen interessiert, ist in Berlin an der richtigen Adresse, denn hier gibt es über 170 davon. Ein bekannter Standort ist die Museumsinsel, auf der sich zum Beispiel das Alte Museum sowie das Pergamonmuseum befindet. Des weiteren findet man in Berlin zahlreiche Theater, drei Opernhäuser sowie viele jährlich stattfindende kulturelle Ereignisse. Dazu zählen die internationalen Filmfestspiele genau so wie der berühmte Karneval der Kulturen.
Neben einer aufregenden Kulturlandschaft lässt sich in Berlin auch gut shoppen, besonders beliebt ist da natürlich der Ku`damm mit seinen zahlreichen Geschäften. Allein ein bekanntes schwedisches Modeunternehmen kommt hier auf ca. 5 Filialen. Das größte und exklusivste Kaufhaus hier ist aber das KaDeWe (Kaufhaus des Westens), welches sogar das größte Warenhaus in ganz Europa ist. Wer viel Zeit und noch mehr Geld mitbringt, sollte unbedingt die Gourmet-Etage besuchen. Der Potsdamer Platz oder auch die Friedrichstraße lohnen sich mit ihren Einkaufszentren aber auch immer für einen Einkaufsbummel. Nach einer anstrengenden Shoppingtour ist Erholung angesagt, die findet man wunderbar in einer der vielen Grünanlagen, wie dem Tiergarten, der mit einer Fläche von 210 Hektar auch der größte der Berliner Parks ist.
…und die Party auch…
Um wieder zu neuen Kräften zu kommen, sollte man auf jeden Fall eine echte Berliner Currywurst probieren oder sich einfach in eines der unzähligen Cafés oder Restaurants setzen, die es hier in allen Variationen und Preisklassen gibt. Vor allem das Nachtleben, welches mit vielen Bars, Clubs und Diskotheken lockt, kann sich zu Recht sehen lassen, denn Berlin gilt ja als die Partyhochburg schlechthin. Gefeiert wird lange, in manchen Clubs wie dem Berghain sogar bis tief in den Sonntag Nachmittag hinein, denn in Berlin gibt’s keine Sperrstunde.
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