Starthilfe für Migranten an deutschen HochschulenFoto: Shazron / flickr.com
News | Studium
Donnerstag, 2. September 2010

Migranten bekommen an deutschen Hochschulen Starthilfe

Immer mehr deutsche Hochschulen rufen Programme ins Leben, die insbesondere Studenten mit Migrationshintergrund beim Einstieg ins Studium und während der Studienzeit unterstützen sollen. In sogenannten Mentoring-Programmen stehen die Mentoren den Programmteilnehmer nicht nur im Studienalltag zur Seite, sondern arbeiten mit ihnen zusammen schon frühzeitig an den Grundlagen für ihre zukünftigen Karrierechancen.

In den letzten Jahren haben schon vier Hochschulen den Startschuss für Programme zur Förderung von Studenten mit Migrationshintergrund gegeben und es folgen immer mehr Hochschulen ihrem Vorbild. Laut Zeit-Online gilt in der Hauptstadt das Mentoring-Programm an der HWR als Wegbereiter. Die Alice Salomon Hochschule (ASH) vergibt beispielsweise im Rahmen des Aufnahmeverfahrens schon seit 2007 Bonuspunkte für Fremdsprachenkenntnisse und wirbt verstärkt an Gymnasien für Studiengänge mit dem Schwerpunkt soziale Arbeit. Ziel der ASH ist, den Anteil der Migranten zu steigern und dem drohenden Fachkräftemangel in Deutschland im sozialen Sektor entgegenzuwirken. Vor allem Sozialarbeiter und Erzieherinnen mit Migrationshintergrund sind Mangelware.

Auch wenn es bei der Studienplatzvergabe keine Bevorzugung für Migranten geben kann, stehen auch an Unis wie der HU in Berlin Programme zur Förderung interkultureller Zusammenarbeit in den Startlöchern. Neben dem Einsatz von Mentoren, soll auch verstärkt mit Schulen zusammengearbeitet werden. Die TU in Berlin lädt diesbezüglich insbesondere Kinder aus Bezirken mit hohem Ausländeranteil in ihre Kinderuni ein.

Als Paradebeispiele für eine gelungene Integration berichtet Zeit-Online von den beiden Zwillinge Long Nguyen Huu und Minh, die beide an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) „Business Administration“ studieren. Sie sprechen akzentfrei Deutsch und werden seit einem Jahr als Teilnehmer des Mentoring-Programms der Hochschule tatkräftig unterstützt.

Trotz der Erfolge sind Mentoring-Programme unter Experten nicht unbestritten. Ulrich Heublein, Studierendenforscher beim Hochschul-Informations-System (HIS) äußerte im Interview mit Zeit Online, dass man sich insbesondere auf die jüngere Generation in Kindergärten und Grundschulen konzentrieren müsse, da über dreiviertel der Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deutschem Abitur die Aufnahme eines Studiums planen. Die Vorrausetzungen wurden mit dem Besuch des Gymnasiums und dem Ablegen des Abiturs hier größtenteils schon erfüllt. [mehr]

(ED)

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