Das BAföG wird nun doch um zwei Prozent erhöhtFoto: knipseline / PIXELIO
News | Studium
Donnerstag, 9. September 2010

„Deutschland-Stipendium“ nur für auserwählte Studenten

Zum Sommersemester 2011 wird das umstrittene „nationale Stipendienprogramm starten“, mit dem etwa 10.000 Studenten während ihrer Studienzeit gefördert werden sollen. Für die Finanzierung der Stipendien wird der Bund den Anteil der Länder übernehmen, welcher sich auf 150 Euro pro Monat beläuft. Weitere 150 Euro müssen von privaten Geldgebern oder aus der Wirtschaft kommen.

Das sogenannte „Deutschland-Stipendium“, welches seit Monaten von Bund, Ländern und Parteien heiß diskutiert wird, startet später als geplant. Trotzdem sollen bereits im kommenden Sommersemester die ersten Studenten mit den Stipendien rechnen können. Gefördert werden zunächst besonders „begabte“ Studierende, so Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Rund 10.000 Stipendiaten haben dann die Möglichkeit mit circa 300 Euro monatlich finanziell unterstützt zu werden. Die ursprünglich geplanten 160.000 Studenten und somit mittelfristig etwa acht Prozent aller Studenten zu fördern sei aber erst in acht bis zehn Jahren möglich, so Schaven weiter. Der jetzige Stipendiatenanteil macht derzeit etwa nur knapp 0,5 Prozent aller Studierenden aus.

Um die fehlenden 150 Euro einzutreiben, bekommen die Hochschulen Zuschüsse vom Bund. Mit dem Inkrafttreten des Stipendiengesetzes im November können diese dann beginnen bei Unternehmen oder sonstigen Geldgebern um die restlichen Anteile der Stipendien zu werben. Der Zuschuss wird den Hochschulen jeweils pauschal zugeteilt: abhängig von der Anzahl der jährlich zu fördernden Studenten gibt der Bund sieben Prozent der notwendigen privaten Mittel dazu. Zudem seien Fortbildungen für Stipendienwerber sowie Stipendienverwalter geplant.

Gleichzeitig sollte außerdem zum kommenden Wintersemester auch das BAföG erhöht werden. Doch dieses Vorhaben muss in der kommenden Woche von Bundestag und Bundesrat erst noch diskutiert werden. Die Länder verlangen auch hier, dass der Bund ihren Anteil von 35 Prozent übernehmen soll. Bundesbildungsministerin Schavan hält jedoch dagegen: Der Bund sei den Ländern bezüglich der Stipendien bereits sehr entgegengekommen. Es liegt bei den Ländern, den Weg für BAföG-Erhöhungen freizugeben.

(MR)

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