Oft gestaltet sich die Wohnungssuche gerade in den Universitätsstädten besonders schwierig. Nicht nur, dass Wohnraum knapp ist, er ist oft auch besonders teuer und für die meisten jungen Leute kaum bezahlbar. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ scheint die Lösung zu sein: die Studenten bekommen Mietvergünstigungen für Hilfeleistungen.
Die Studenten widmen dann ein paar Stunden Ihrer Freizeit, um Familien im Haushalt zu unterstützen bzw. sich um die Kleinsten der Familie zu kümmern. Zu den Beschäftigungen zählen dann beispielsweise Lesen, Malen, Spielen und Ausflüge auf den Spielplatz. Die Eltern werden entlastet, haben mehr Zeit für sich und die Studenten bekommen einen Teil ihrer Mietkosten erlassen. Eine 25-Quadratmeter-Wohnung zur Untermiete mit Internet- und Telefonanschluss ist so monatlich für nur 200 Euro warm zu haben – ein unschlagbarer Preis. Darüber hinaus bliebt ihnen die langwierige Suche nach einer passenden Wohnung erspart, denn das Studentenwerk Freiburg kümmert sich um die Unterkunft.
Im Allgemeinen bekommen die Studenten je Arbeitsstunde zehn Euro der Monatsmiete erlassen. Gegenleistungen können dabei das Einkaufen, Rasenmähen oder auch Babysitten sein. Nicht selten zahlen die Projektteilnehmer je nach Tätigkeit und Wohnobjekt so auch gar keine Miete. Bisher kommen Studenten in 14 deutschen Universitätsstädten in den Genuss dieses Projektes. Der Landkreis Tübingen beteiligt sich im Bundesland Baden-Württemberg neben Freiburg und Stuttgart als dritte Stadt daran. In Tübingen mangelt es nicht nur an Wohnraum, sondern es gibt eine Vielzahl an hilfsbedürftigen älteren Menschen in der Stadt, die vorerst die Vermieter-Zielgruppe bilden.
Um einen der mietmindernden Jobs zu ergattern, können sich Studienanfänger am Anfang des Semesters über ein Formular bewerben. Die Vermittlung und die Weitergabe der Daten erfolgt dann mittels Passwort über das Internet. Beide Parteien können sich somit vorab ein Bild voneinander machen und prüfen, ob die Chemie stimmt. Gerade im engen Zusammenleben spielen bei der Vermittlung gemeinsame Interessen eine wichtige Rolle. Entscheidend ist letztendlich, dass Mieter und Vermieter gut zusammenpassen.
Noch fehlt es teilweise an bereitwilligen Vermietern und somit an ausreichend Zimmern, um die große Anfrage zu befriedigen, doch Brigitte Tauer vom Seniorentreff Neuhausen, die “Wohnen für Hilfe” für Senioren und Studenten in München betreut, hofft, dass sich immer mehr Senioren zu solchen Wohnpartnerschaften bereit erklären.
Mehr Informationen zum “Wohnen für Hilfe”-Projekt findet ihr hier.
(ED)Weitere Nachrichten:
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