News | Allgemein, Ausland
Donnerstag, 23. September 2010

Nach dem Studium ins Ausland: Traumjob Entwicklungshelfer beginnt oft am heimischen Schreibtisch

Die Welt bereisen, exotische Kulturen kennenlernen und gleichzeitig dabei Gutes tun – für viele Hochschulabsolventen ist es ein Traum, nach dem Studium als Entwicklungshelfer in fremden Ländern zu arbeiten. Allerdings sind diese Stellen unter ehemaligen Studen sehr beliebt und daher nur schwer zu bekommen, da die verfügbaren Plätze rar sind. So beginnt der vermeintliche Traumjob nicht selten in heimischen Büros deutscher Organisationen.

Entwicklungshilfe ist nicht gleich Entwicklungshilfe: die Vorstellung in weit entfernten Ländern Bildungsarbeit zu leisten, den Umweltschutz zu unterstützen oder Brunnen zu bauen, bestätigt sich oft eben nicht. Da die begehrten Stellen im Ausland meistens eher knapp bemessen sind, finden sich viele Absolventen zunächst an deutschen Schreibtischen wieder.

Nur die wenigsten Berufseinsteiger werden direkt nach der Uni irgendwo auf der Welt als Entwicklungshelfer eingesetzt, da zunächst Berufserfahrung für den Einstieg wichtiger ist, wie Spiegel Online berichtet. Sind keine Auslandsaufenthalte, Fortbildungskurse oder Ähnliches nachweisbar, wird es daher schon schwierig. Natürlich kann Entwicklungshilfe auch bedeuten, von Deutschland aus verschiedene Projekte zu betreuen und sich um die Vermittlung von Fachkräften zu kümmern. In diesem Bereich praktische Erfahrungen zu sammeln, kann für eine Karriere in der Entwicklungszusammenarbeit ebenfalls nützlich sein.

In der Studie „Berufschancen für deutsche Hochschulabsolventen in der Entwicklungszusammenarbeit“ haben zwei Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, die Anzahl der Hochschulabsolventen ermittelt, die tatsächlich in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit benötigt werden. Das Ergebnis: Obwohl der Bedarf in den letzten fünf Jahren gestiegen ist, stehen jährlich etwa nur 100 freie, meist jedoch zeitlich befristete Stellen für Absolventen zur Verfügung.

So auch das Förderprogramm der Bundesregierung namens „Beigeordnete Sachverständige“. Im Rahmen dieses Programms werden jährlich bis zu 40 Nachwuchskräfte für maximal drei Jahre zu internationalen Organisationen entsandt. Voraussetzung ist hier neben einem Hochschulabschluss und der Beherrschung der englischen Sprache auch Berufserfahrung. Plant die Regierung Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit, so ist die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) fast immer für die praktische Durchführung verantwortlich. Die GTZ bietet Studenten zudem Praktika im In-und Ausland an.

Dennoch gibt es weitere Möglichkeiten, um erste Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu sammeln. Ein Beispiel ist das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit geförderte „Weltwärts-Programm“, bei dem junge Menschen zwischen 18 und 28 mittels Entsendeorganisationen in zahlreiche Entwicklungsländer der ganzen Welt geschickt werden. Berufserfahrung wird hierbei nicht vorausgesetzt. Allerdings wird das Programm oft kritisch diskutiert, da größtenteils keine ausgebildeten Fachkräfte in den Ländern eingesetzt werden, sondern zum Teil Abiturienten ohne jegliche Auslandserfahrungen.

(MR)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *