Hochschulen kritisieren Kürzungen Thomas Reinacher / pixelio.deHochschulen kritisieren Kürzungen Thomas Reinacher / PIXELIO
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Donnerstag, 30. September 2010

Erneute Kritik an Millionen-Kürzungen für Hessens Hochschulen

Der Unmut über die Millionen-Kürzungen für Hessens Hochschulen im Landeshaushalt 2011 macht sich zum kommenden Wintersemester erneut breit. Der gesamte Hochschuletat soll um 30 Millionen Euro gekürzt werden, was laut dem Präsidenten der Frankfurter Fachhochschule Detlev Buchholz automatisch zu Qualitätsverflachungen führen wird.

Auch der Frankfurter Universitätspräsident Werner Müller-Esterl sieht aufgrund der enormen Kürzungen die Chancen hessischer Hochschulen in Bezug auf den nationalen und internationalen Forschungswettbewerb in arger Bedrängnis. Er schlägt vor, den zunächst bis 2015 abgeschlossenen Hochschulpakt bereits weit vorher neu zu verhandeln.

Zuvor hatten alle zwölf Hochschulpräsidenten Hessens den viel diskutierten Fünf-Jahres-Plan unterzeichnet, vier Hochschulen haben jedoch in einer Note ihre Missbildungen gegenüber den Sparzielen des Landes festgehalten. Sie hätten dem Hochschulpakt nur gezwungenermaßen zugestimmt, da sie befürchteten, noch weniger Mittel zu bekommen, wie die Frankfurter Neue Presse berichtet hat.

Der auf 1,4 Milliarden Euro gekürzte Hochschuletat sei aber immer noch der zweithöchste der gesamten hessischen Hochschulgeschichte, verteidigte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) die Kürzungen. Hessens Hochschulen seien bestens ausgestattet, zudem habe die Universität Frankfurt beispielsweise noch 16 Millionen Euro auf dem Konto, welche aus Ersatzmitteln des Landes stammen.

Ebenso wie die Hochschulen steht auch die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) den Einsparungen der Ministerin kritisch gegenüber: „Wir werden uns die neue Ausstattung der Finanzgrundstruktur mit abgesenktem Grundbudget plus Verlagerungen vom Grund- ins Erfolgsbudget bei der praktischen Umsetzung genau anschauen“, so VhU-Geschäftsführer Jörg E. Feuchthofen.

Weiterhin wird die Landesregierung kritisiert, bei den Hochschulen 30 Millionen Euro einzusparen, im gleichen Zuge jedoch ebenso viel an finanziellen Mitteln in die Gründung der juristischen Fakultät an der European Business School (EBS) zu investieren. Eva Kühne-Hörmann begründet diese Investition mit fehlenden vergleichbaren Jura-Studienplätzen mit Schwerpunkt Wirtschaft an staatlichen Hochschulen. Ein Studium an dieser privaten Universität kostet aber rund 1000 Euro Studiengebühr pro Monat.

(MR)

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