News | Studium
Montag, 4. Oktober 2010

Zweigleisig studieren – duale Studiengänge liegen im Trend

Studium oder doch lieber Ausbildung? Wer sich nicht entscheiden kann, sollte vielleicht über eine Kombination aus beidem nachdenken: dem dualen Studium. Die Idee hinter diesem Modell ist eine zweigleisige Ausbildung, die sowohl an einer Hochschule, als auch in einem Unternehmen stattfindet. Dass sich duale Studiengänge immer größerer Beliebtheit erfreuen, zeigt sich auch an den Bewerberzahlen. So hat sich seit 2008 die Zahl der >dual Studierenden< um 10 Prozent erhöht. Viele Studienabgänger stehen vor dem gleichen Problem: ist ein Studium an einer Universität bzw. Fachhochschule oder doch eher eine Ausbildung in einem Unternehmen das Richtige? Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile, doch es gibt auch eine Lösung, die sowohl Theorie als auch Praxis miteinander verbindet: das duale Studium. Wichtigste Merkmale dieser Ausbildungsart sind neben der finanziellen Vergütung durch den Ausbildungsbetrieb auch der ständige Wechsel zwischen Theorie und Praxis innerhalb des Lehrplans. Zudem haben dual Studierende die Chance, einen externen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf zusätzlich zu dem wissenschaftlichen Abschluss an einer Hochschule erwerben zu können. Bedenkt man die zum Teil hohen Studiengebühren, ist der finanzielle Aspekt unter anderem für viele Studenten wohl ausschlaggebend, um sich für ein duales Studium zu entscheiden. Die Studierenden, die durch den Ausbildungsbetrieb eine entsprechende Vergütung und oft auch noch die Studiengebühren bezahlt bekommen, brauchen sich daher keine Gedanken über die Finanzierung ihres Studiums zu machen. Da die Studieninhalte generell stark auf die Berufspraxis zugeschnitten sind, können Absolventen dualer Studiengänge ihr erworbenes Wissen sofort auch anwenden und sind bei vielen Unternehmen deshalb begehrte Arbeitskräfte. Dass sich immer mehr Unternehmen auch zunehmend für praxisnahe duale Studiengänge einsetzen, zeigt sich in der Datenbank „Ausbildungsplus“, in der das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) bereits mehr als 26.000 Betriebe als Kooperationspartner registriert hat, wie „Boulevard Baden“ berichtet. Den begehrten dualen Studienplatz an einer entsprechenden FH, Uni oder Berufsakademie dann auch zu bekommen, ist allerdings nicht so einfach. Wurde ein Studiengang ausgewählt, heißt es zunächst, ein Unternehmen zu finden, welches bereit ist mit einer Hochschule zu kooperieren und die praktische Ausbildung übernimmt. Oftmals besteht aber auch die Möglichkeit, direkt an der Hochschule nach bestehenden Kooperationspartner zu suchen. Bewerber müssen im zweiten Schritt dann nicht nur das betriebliche Auswahlverfahren, sondern auch die Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen bestehen, was sich oft zu einem sehr langwierigen Prozess entwickeln kann. Es ist also ratsam, sich rechtzeitig (bis zu einem Jahr im Voraus) für einen dualen Studienplatz zu bewerben. Die Auswahlverfahren sind zudem recht knifflig und aus einer Vielzahl an Bewerbern bleibt am Ende meist nur eine geringe Auswahl übrig. Wie die einzelnen dualen Studiengänge dann tatsächlich umgesetzt werden, ist aber oft unterschiedlich, denn jedes Bundesland entscheidet eigenverantwortlich über die entsprechenden Studienkonzepte. Den Wechsel von Theorie und Praxis haben diese „zweigleisigen Studiengänge“ normalerweise aber alle gemein: drei Monate lang wird an der Hochschule oder Berufsakademie gelernt und im nächsten 1/4 Jahr wird das Erlernte dann im Ausbildungsbetrieb angewendet. An der Berufsakademie Köln wird dagegen an zwei Tagen der Woche die Schulbank gedrückt und an den restlichen drei Tagen in den Unternehmen gearbeitet. Auch wenn die Modelle von Berufsakademie zu Berufsakademie unterschiedliche sind, haben doch alle Studierenden einen starken Praxisbezug in ihrer Ausbildung gemeinsam.

(MR)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *