Die Abschaffung der Wehrpflicht könnte einen großen Ansturm auf die Unis bedeutenHörsaal statt Exerzierplatz: Ende der Wehrpflicht könnte Studentenschwemme hervorrufen. Gemen64 / PIXELIO
News | Hochschulen, Studium
Dienstag, 19. Oktober 2010

Weniger Wehrpflichtige – mehr Studenten

Weil die Wehrpflicht abgeschafft wurde, erwarten die deutschen Universitäten und Fachhochschulen im nächsten Jahr eine Flut verhinderter Soldaten. Politiker schätzen, dass bis zu 50.000 neue Studenten an die Unis strömen. In den bevölkerungsreichen Ländern wie Niedersachsen und Bayern werden im nächsten Jahr jetzt schon eine Menge Studenten erwartet, da auch Schüler mit dem zwölfjährigen Abitur ihre Hochschulkarriere starten wollen.

Deutschland wird höchstwahrscheinlich in Zukunft auf einige Soldaten verzichten müssen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) plant die Aussetzung der Wehrpflicht – und das CDU-Präsidium sprach sich mit großer Mehrzahl dafür aus. Eine Entscheidung mit Folgen: junge Menschen, die nicht mehr an Wehr- oder Zivildienst gebunden sind, sehen sich nach Alternativen um. Die meisten, fürchten die Politiker, werden dabei ein Studium wählen und damit die Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland wohl überfluten.

Mit dem großen Ansturm wird im kommenden Jahr gerechnet. „Es könne sein, dass die Hochschulen 2011 bis zu 50.000 zusätzliche Studenten aufnehmen müssen“, erklärte Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus, Ludwig Spaenle (CSU).

Die bereits jetzt schon überfüllten Hörsäle werden dann definitiv noch voller werden. Das Saarland und Hamburg haben bereits Erfahrungen mit solchen Situationen, da Abiturienten hier zum Teil nach dem zwölften Schuljahr ihr Abi in der Tasche haben und somit gleichzeitig mit den anderen Abiturienten ihr Studium aufnehmen. Nächstes Jahr sind die bevölkerungsreichen Länder Bayern und Niedersachsen dran: da wird es noch mal richtig eng in den Hochschulen.

Eine Lösungstrategie muss nun rechtzeitig gefunden werden: „Die Hochschulen würden alles daran setzen, dieser zusätzlichen Herausforderung gerecht zu werden“ erklärte Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektoren. Außerdem betonte Wintermantel: „Es müssen also Mittel früher fließen als bisher vorgesehen“.

(LL)

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