News | Wohnen
Dienstag, 26. Oktober 2010

Studienanfänger in Deutschland sind wählerisch bei der Wohnungssuche

Dass es zum diesjährigen Wintersemester einen wahren Ansturm auf die Universitäten gab, ist medial gut dokumentiert. Auch die daraus resultierende schwierige Wohnungssuche für Studenten ist auch kein Geheimnis. Doch das Studentenwerk Jena behauptet genau das Gegenteil: es gibt reichlich Platz für alle – wenn sich die Studenten nur etwas kompromissbereiter zeigen würden.

Jedes Jahr entscheiden sich viele Abiturienten für ein Studium – aber nur die wenigsten können in ihren Heimatstädten studieren und die Vorteile der heimischen Unterkunft nutzen. Meist müssen die Studienanfänger, egal ob durch Zulassungsbescheid oder ZVS bedingt, ihr Glück außerhalb der Heimatstadt suchen. Was im Grunde bedeutet – Wohnung suchen, Koffer packen und hinein in das schöne Studentenleben fernab Muttis Herd. Doch schon bei der Wohnungssuche scheitern einige Studenten, weil die Suche sich schwieriger gestaltet als gedacht – das behauptet zumindest die Mehrheit der Studienanfänger.

Doch zumindest auf die Stadt Jena kann die Problematik der Wohnungssuche nicht zutreffen. Dr. Elke Voss vom Studentenwerk Thüringen behauptet, dass es grundsätzlich genügend Wohnraum in Jena gibt. Das Hauptproblem bestehe darin, „dass sich die Wünsche und Vorstellungen der Studenten stark gewandelt haben. Man möchte am liebsten eine Einraumwohnung, die direkt neben der Uni liegt und außerdem preisgünstig ist.“ Vor allem auf einige Studienanfänger scheint dies der Ansicht des Studentenwerkes nach zuzutreffen. Allerdings ist auch die Wohnungssituation in Jena nicht die einfachste: Wer eine preiswerte Wohnung in Jena sucht, muss lange suchen – mit 5,31 Euro pro Quadratmeter ist die Saalestadt eine der teuersten in Thüringen.

Nicht jeder kann und will allerdings eine Menge Geld für eine Wohnung während der Studienzeit ausgeben. Da bietet sich eine Wohngemeinschaft sehr gut an, da die Miete des einzelnen WG-Zimmers eher günstig ausfällt. Eine andere Möglichkeit wäre in eine Wohnung im Umland zu ziehen – ein Thüringer-Ticket ermöglicht eine kostenlose Fahrt zwischen Bleibe und Uni. „Das lehnen aber wiederum viele ab“, erklärt Dr. Elke Voss.
Nicht zu vergessen sind die Studentenwohnheime – und diejenigen, die sich glücklich schätzen können, dort einen Wohnplatz zu bekommen. Denn nur jeder fünfte kann in einem Wohnheimzimmer unterkommen. Viele Studenten erschweren jedoch zusätzlich die Situation bei der Vergabe von Zimmern, in dem sie eine Zusage schicken und dann doch nicht erscheinen.

(LL)

2 Antworten auf Studienanfänger in Deutschland sind wählerisch bei der Wohnungssuche

  1. Peter sagt:

    Da der „Umland-Rat“ wohl dich nicht so gut ankam, versucht man sich nun an „kreativen“ Lösungen: Runder Tisch

  2. Klara Müller sagt:

    Da kann man Frau Dr. Elke Voss nur Recht geben. Auch ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht.
    Da werden Zimmer für Studierende angeboten, aber den Damen und Herren Studenten ist es zu stressig, einen weiteren Weg zur Uni zu nehmen.(bezieht sich auf dem Raum Göttingen)
    Wo leben wir eigentlich? Im Schlaraffenland ?
    Hunderttausende Pendler fahren jeden Tag mit Bus, Bahn, Auto oder sonstwie zu Ihrer Arbeit. Und das teilweise ihr ganzes Berufsleben lang. Daran sollten sich diese Herrschaften mal ein Beispiel nehmen und nicht immer klagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *