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Freitag, 29. Oktober 2010

Immer mehr Westdeutsche studieren im Osten

Immer mehr westdeutsche Abiturienten begeistern sich für ein Studium in Ostdeutschland. Ein paar gute Gründe dafür haben die Schulabgänger allemal: Einer davon ist, dass die Unis in den neuen Bundesländern nicht so überfüllt sind, wie ihre Pendants in den alten Bundesländern. Auch die Studiengebühren – bzw. deren nichtvorhandensein – ist ein gewichtiges Argument.

Der große Trubel für die Studienanfänger ist erst einmal vorbei, Vorlesungen und Seminare des ersten Semesters werden bereits zur Routine und fast alle Universitäten vermeldeten eine Rekordanzahl an Studenten. Die Hörsaalüberflutungen und Platzmangel in den Vorlesungen gab es dabei vor allem im westlichen Teil Deutschlands, oft gepaart mit einer hysterischen Wohnungssuche auf dem letzten Drücker.

Wer solche Zustände vermeiden möchte, kann sich an einer der zahlreichen Universitäten in Ostdeutschland umsehen – was viele Westdeutsche tatsächlich auch machten. So konnten die Thüringer Unis in diesem Herbst eine hohe Anzahl an Studenten aus Westdeutschland begrüßen. Rund 3000 haben sich zum Wintersemester eingeschrieben, letztes Jahr waren es noch keine 2.300 neue Studenten. Der Grund für diesen enormen Anstieg könnte auch sein, „dass die neuen Universitäten und Fachhochschulen im Freistaat sehr gute Forschung und Lehre anbieten“, so ein Sprecher des Thüringer Studentenwerkes zur Thüringischen Landeszeitung. An der Technischen Universität (TU) in Dresden sind es immerhin 18 Prozent „Wessis“, die ihr Studium absolvieren, an der Universität in Leipzig sind es knapp 17 Prozent.

Nächstes Jahr könnten diese Zahlen noch weiter steigen, denn nicht nur die gute Lehre und Forschung locken die Studenten an, auch die Tatsache, dass in Ostdeutschland vielerorts keine Studiengebühren anfallen, ist attraktiv. Sogar der Verwaltungskostenbeitrag, der einmal im Monat zu bezahlen ist, wurde abgeschafft. Wer sich für eine Hochschule in Westdeutschland entscheidet, muss in manchen Städten einen Beitrag von bis zu 500 Euro pro Semester hinblättern.

(LL)

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