To-Do-Liste für Studenten vor dem StudiumDie To-Do-Liste vor dem Studium ist lang. Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Habt ihr schon eine Wohnung? Foto:Thorben Wengert / PIXELIO
News | Finanzen, Hochschulen
Montag, 1. November 2010

Hamburgs Hochschulen kritisieren Sparmaßnahmen der Regierung

Hamburgs Hochschulen erwarten schwere Zeiten: Aufgrund der Einsparmaßnahmen der Bundesregierung werden künftig deutlich weniger der Studiengebühren direkt an die Hochschulen gehen – der Rest wird für Verwaltungskosten benötigt.

Obwohl es im September von Seiten der Regierung noch hieß, dass Forschung und Lehre „bewusst von den Bemühungen zur Konsolidierung“ ausgenommen sein werden, sollen die Hochschulen in Hamburg von den 375 Euro, die jeder Student derzeit pro Semester zahlt, zukünftig nur noch 335 Euro bekommen. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Aus den Reihen der Hochschulen werden erste kritische Stimmen laut, denn im Rahmen der Sparmaßnahmen der Regierung werden die Hochschulen nun selbst die Studiengebühren verwalten, was deutliche finanzielle Einschnitte bedeutet.

Bislang war es den Studierenden möglich, aufgrund eines Gebührenmodells von GAL und CDU auch nach dem Studium ihre Gebühren zu zahlen. Die in der Zwischenzeit anfallenden Zinsen, die den Studenten bisher nicht berechnet werden, wurden von der städtischen Wohnungsbaukreditanstalt übernommen. Da zukünftig eine komplette Eigenverwaltung der Studiengebühren geplant ist, wird unter anderem auch diese Aufgabe den Hochschulen auferlegt.

Wenn der Anteil der Studenten, die ihre Studiengebühren erst nach Ende des Studiums bezahlen weiter steigt, erhöhen sich entsprechend auch die Zinskosten, was weitere finanzielle Verluste für die Hochschulen bedeuten würde. Michael Stawicki, Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, vermutet dem Hamburger Abendblatt zufolge sogar Erhöhungen der Verwaltungskosten um mehr als eine Million Euro. Momentan zahlen von den 60.000 Studenten, deren Studiengebühren bisher von den Hochschulen verwaltet werden, insgesamt 47.000 Gebühren. Lediglich Austausch-Studenten oder chronisch kranke Studierende sind von den Gebühren befreit.

Auch SPD-Hochschulpolitiker Philipp-Sebastian Kühn spricht sich gegen die Sparmaßnahmen der Wissenschaftsbehörde aus und bezeichnet das Studiengebührensystem als „zunehmend absurder“, da immer mehr Geld gespart werde, es die die Hochschulen jedoch nicht nutzen können. Auch die Studierenden werden die Auswirkungen des Sparkonzepts zu spüren bekommen. So seien zum Beispiel eine Verteuerung des Mensa-Essens oder höhere Semesterbeiträge zur Refinanzierung denkbar.

(MR)

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