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News | Studium
Mittwoch, 3. November 2010

Bibliotheken in Münster bekommen eine Parkscheibe

Man sollte meinen, dass Studenten die Bibliotheken meiden wie der Teufel das Weihwasser, doch weit gefehlt – stehen erst einmal die Klausuren vor der Tür, wird es auf einmal ganz eng in der Bücherei. Eine Lösung für den Bücher-Studenten-Chaos schaffen jetzt die Parkscheiben.

Wer sich für ein Studium entschieden hat, weiß auch, wie schwierig es sein kann, von der gewünschten Uni angenommen zu werden, wie umständlich sich die Wohnungssuche gestaltet oder wie voll es in den Vorlesungen werden kann. Doch womit die wenigsten rechnen, sind überfüllte Bibliotheken in den Hochschulen. Doch da haben die Studenten Pech gehabt: wer nicht rechtzeitig in der Bibliothek erscheint und seine Bücher am Tisch verteilt, muss feststellen, dass der Leseraum ein ziemlich begehrenswertes Örtchen ist.

Zumindest ist dies in der Theorie so, denn auf vielen Tischen stapeln sich zwar die Bücher, die dazugehörigen Studenten sind aber nirgends zu finden. Stattdessen beschäftigen sie sich im Laufe des Tages anderweitig und erscheinen erst dann in der Uni-Bibliothek, wenn es ihnen passt. Diesem Problem hat sich vor zwei Jahren die Universität Mannheim gewidmet und prompt eine Lösung gefunden – mit Parkscheiben, die ähnlich ihren Automobilen Pendants anzeigen, wann der Student seinen Platz verlassen hat.

Auch Burkard Rosenberger von der Unibibliothek Münster zeigte sich von dieser Methode begeistert. Nachdem sich etliche wissensbegierige Studierende über einen Platzmangel in der Bücherei beschwert hatten, brachte der Dezernatsleiter die Parkscheiben zum Einsatz. Die Funktion der Scheiben ist ganz simpel: wer eine kleine Pause einlegen möchte, muss die aktuelle Zeit einstellen und darf sich für ein halbes Stündchen die Beine vertreten. In der Zeit zwischen 12.00 und 14.00 Uhr dürfen sich die Studenten gar eine einstündige Pause gönnen.

Wer sich allerdings nicht an diese Regel hält und meint, er hätte noch fünf Minuten mehr Zeit, darf sich bei der Rückkehr auf seinen Platz nicht wundern, dass sich schon andere Studenten dort aufhalten. Bei der Überschreitung der angegebenen Zeit haben die Studenten das Recht den Tisch zu räumen und selbst Platz einnehmen, indem sie Bücher und andere Arbeitsmittel in spezielle Plastiktüten einräumen und beiseite stellen.

„Seitdem erhalte die Bibliothek deutlich weniger Beschwerden über Platzmangel. Deshalb denken wir, dass das Konzept aufgeht“, so Rosenberger zum WDR.

(LL)

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