Etliche Doktortitel wurden gekauft - jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Foto: Arno Bachert / pixelio.deEtliche Doktortitel wurden gekauft - jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Foto: Arno Bachert / PIXELIO
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Freitag, 5. November 2010

Das falsche Spiel mit den Doktortiteln – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bestechung

Die Ermittlungen zur bundesweiten Bestechungsaffäre um gekaufte Doktortitel, die in den letzten Jahren vor allem die deutsche Hochschullandschaft in helle Aufregung versetzte, kommen langsam zu einem Ende. In etwa 40 Fällen wurden die Ermittlungen gegen Geldauflagen eingestellt, wie Spiegel Online berichtet.

Einen Doktortitel auf dem Briefkopf zu haben, gleicht auch heute einem Ritterschlag, doch auch bei der Dissertation gilt das Motto: ohne Fleiß kein Preis. Manch ein Anwärter schlug den durchaus einfacheren Weg ein und ließ sich diesen Titel etwas kosten – und zwar nicht Zeit und Arbeit, sondern den schnöden Mammon. In insgesamt 90 bekannten Fällen hat die Kölner Staatsanwaltschaft gegen Professoren ermittelt, die sich vom „Institut für Wissenschaftsberatung“ in Bergisch Gladbach mit Geld bestechen lassen haben, um Promotionsanwärter zu einem Doktortitel zu verhelfen.

Auf diesem Wege hat das Institut für Geldbeträge von bis zu 20.000 Euro Kandidaten einen Doktortitel ermöglicht, die normalerweise keine Chance darauf gehabt hätten. Auch die Professoren, welche der Betreuung eines solchen Titelanwärters zustimmten, profitierten von dem gezahlten Geld und kassierten pro Kandidat fleißig ein.

Doch die illegalen Machenschaften drangen an die Öffentlichkeit, etliche Unterlagen des Instituts wurden beschlagnahmt – und so kamen weitere Bestechungsfälle ans Licht. Die gut 40 Hochschullehrer, bei denen das Verfahren eingestellt wurde, müssen nun mit Geldstrafen im fünfstelligen Bereich rechnen, um weitere Gerichtsverfahren und somit härtere Strafen zu vermeiden. Gegen vier Professoren wurde jedoch Strafbefehl eingelegt, die zu Freiheitsstrafen auf Bewährung führen könnten. Bereits eine einjährige Freiheitsstrafe kann einen Professor seinen Beamtenstatus kosten.

Bislang mussten sich hauptsächlich die Geschäftsführer des Instituts sowie ein Privatdozent vor Gericht verantworten, in anderen Fällen wurden Promotionen von den jeweiligen Universitäten nicht anerkannt. Wurde der Doktortitel jedoch erst einmal zugelassen, ist es nicht so einfach ihn wieder abzuerkennen, selbst wenn er auf illegalem Wege erworben wurde.

(MR)

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