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Dienstag, 9. November 2010

Sächsisch-Kurs an der Uni Leipzig

Ei Verbibbsch: Sächsisch gehört zu den putzigeren der deutschen Dialekte und stellt auswärtige vor arge Verständnisprobleme. Doch bevor Studenten in den Vorlesungen und Seminaren nur die Hälfte verstehen, können sie an der Uni einen Sächsischkurs belegen. Wegen des großen Erfolges gibt es am Donnerstag bereits die vierte Auflage.

Leipzig hat wahrlich eine Menge zu bieten: chice Altbauten, eine ansehnliche Kulturszene und natürlich eine Uni. Dennoch ist viele der des hochdeutsch mächtigen Auswärtigen der Gang nach Sachsen eine große Hürde – eben wegen des sächsischen Dialektes und anderer wilder Gebräuche. Wer den Schitt ins Sächsische dennoch wagt, um den kümmert sich die Universität ganz besonders.

Das Marketingteam an der Universität Leipzig überlegte im vergangenen Jahr, wie sie den Erstsemestrigen im Rahmen der „FernOst-Kampagne“ den Studienanfang noch versüßen könnte und kam dann auf die Idee, einen Sächsisch-Kurs anzubieten. Neben den üblichen Campusführungen, einem Kochkurs und einer Speeddating-Veranstaltug, kam dieses Jahr in der sogenannten „Abenteuer Woche“ für die Anfänger auch der Sächsisch-Kurs zum Einsatz. Der Kurs sollte den Studienanfängern einen Einblick in das Sächsische geben, über das Sachsen selbst und über Herzlichkeit und Offenheit der Menschen.

Teilgenommen an dem Kurs hatte vor einem Monat auch die 21-jährige Katharina Pingel aus Hessen. Sie erinnert sich noch gut daran, dass sie und ihre Mitstreiter in diesem neunzigminütigen Kurs wenig von dem Gesagten verstanden. Die Kursleiterin Annekatrin Michler half den Neuankömmlingen auf die Sprünge und „musste dann schon einiges ins Hochdeutsche übersetzen“. Nach der Veranstaltung stellte die Kursleiterin fest, dass „bei manchen echte Aha-Erlebnisse hervorgerufen“ wurden – einschließlich auch bei Katharina Pingel aus Hessen, die nach dem Sächsisch-Kurs die Vorurteile gegenüber Sachsen hinter sich gelassen hat und von der Leipzig schwärmte: „Das war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Leipzig ist genau meine Stadt“, schwärmte die Studentin.

Die junge Hessin ist überzeugt, dass auch andere Studienanfänger – hauptsächlich Westabiturienten – ihre Vorurteile beiseitelegen sollten, die ostdeutschen Städte seien grau und trostlos. Denn an der Reputation der Stadt Leipzig und derer Universität wird die Projektkoordinatorin der „FernOst“-Kampagne, Nancy Beyer weiterhin werkeln.

(LL)

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