Uwe Steinbrich / PIXELIOUwe Steinbrich / PIXELIO
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Mittwoch, 24. November 2010

Immer mehr Studenten müssen während des Studiums jobben

Trotz Bafög-Erhöhung benötigt die Hälfte der Studierenden in Nordrhein-Westfallen zur Studienfinanzierung Geld aus dem Elternhaus. Immer mehr Studenten jobben in der vorlesungsfreien Zeit, aber auch während der Vorlesungen. Immer häufiger leidet die Studienleistung darunter, im schlimmsten Fall kommt es gar zum Studienabbruch. Die Abschaffung der Studiengebühren könnte dies möglicherweise verhindern.

Nordrhein-westfälischen Studierenden können sich zwar über eine Erhöhung des Bafög freuen, doch der positive Effekt hält sich in Grenzen – zumindest bei einigen. Ganze sechs Prozent mehr als im Bundesvergleich ziehen es vor, während der Studienzeit Daheim zu bleiben. Immerhin sechzig Prozent der Eltern übernehmen auch die Kosten für ihre Sprösslinge, die sich für eine Universität in vertrauter Umgebung entschieden haben.

Es gibt aber auch Studenten, die Nordrhein-Westfallen nicht als ihre Heimat bezeichnen können und auch nicht ihren Eltern auf der Tasche liegen wollen. Wer sich nicht mit den durchschnittlichen monatlichen BAföG Einnahmen von 833 Euro arrangieren kann, muss definitiv auf eine andere Lösung zugreifen – und die heißt meist „jobben“! Eine Studie des Deutschen Studentenwerks besagt, dass die Zahl der arbeitenden Studenten in den vergangenen drei Jahren von 33 auf 39 Prozent gestiegen ist.

Wenn immer mehr Studierende erwerbstätig werden, bedeutet das allerdings auch, dass immer mehr Studierende nicht die nötige Zeit für das Studium nutzen, um am Ball zu bleiben. Schwache Leistungen in den gewählten Fächern sind noch das mindeste Problem, was dabei entstehen kann. Wer dem Druck nicht gewachsen ist und es nicht mit Lernen und Jobben gleichzeitig aufnehmen kann – gibt sein Studium ganz auf.

Um dies zu vermeiden, würde eine Abschaffung der Studiengebühren eventuell zum Erfolg führen – das sieht auch Ruth Seidl, Hochschulexpertin der Grünen-Landtagsfraktion. Die geplante Aufhebung der Studiengebühren sei schon für das nächste Wintersemester 2011/2012 geplant. Sicherlich wird nach der Umsetzung der ein oder anderen aufatmen, schließlich finden 68 Prozent der Studienberechtigten, dass die Studiengebühr einer der bedeutendsten Gründe gegen ein Studium sei.

(LL)

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