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News | Finanzen, Hochschulen
Freitag, 26. November 2010

Sparmaßnahmen an Hochschulen

In Bayern wird anscheinend an der falschen Ecke gespart – und zwar an den Universitäten. Die Zahl an Studierenden nimmt zu, das Lehrpersonal und der Hochschuletat werden immer weniger. Nach dem Sparbeschluss der Staatsregierung müssen nicht nur die Hochschulen in Bayern den Gürtel etwas enger schnallen, sondern auch in Hessen, Sachsen und andere Bundesländer wird in Zukunft ebenfalls weniger für Bildung und Forschung ausgeben.

Studieren wird bekanntlich immer beliebter, das haben dieses Jahr auch die bayerischen Universitäten zu spüren bekommen. Doch anstatt mehr Lehrpersonal für die vielen Neuankömmlinge einzustellen und das Hochschulbudget etwas aufzubessern, werden die Unis jetzt zum Sparen verdonnert. Bayerns Hochschulen müssen alleine in diesem Jahr 13 Millionen einsparen.

Noch schlimmer erwischt hat es die Etats an Hessens Hochschulen – dort müssen die Betroffenen Unis nächstes Jahr auf 30 Millionen Euro verzichten. In Sachsen sind es „nur“ 5,2 Millionen, die eingespart werden müssen.

Wie die Folgen der Einsparungen aussehen, erzählt Tobias Dillschnitter, Geschäftsführer der Studienvertretung. Er ist Student an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München,
studiert politische Wissenschaften und ist von dem Ablauf der Vorlesungen an der Uni einfach erschüttert. Die Seminarräume sind überfüllt, „einige Grundlagenvorlesungen werden in den besonders überlaufenen Studiengängen per Video in einem zweiten Raum übertragen“, sagt der Tobias. Wen wundert es denn, wenn doch ein einziger Professor allein 4000 Studierende betreuen muss. Hinzu kommt, dass Studenten während der noch nicht entwickelten Bachelor- und Masterumstellung ordentlich aufs Gas treten müssen, was das Lernen angeht. Neben den üblichen Hausaufgaben sollen sie auch noch bis zu zehn Klausuren hintereinander schreiben.

Die SPD-Landtagsfraktion ist wenig begeistert davon und fordert die Rücknahme der Sparbeschlüsse. Die Hochschulrektorenkonferenz und das Kultusministerium verlangen für die Zukunft definitiv mehr Geld für Studierende und auch mehr Lehrpersonal.

(LL)

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