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News | Hochschulen, Studium
Dienstag, 4. Januar 2011

Keine überfüllte Hörsäle in Brandenburg

Universitäten in ganz Deutschland vermeldeten im letzten Jahr Rekordzahlen an Studenten – und zeigten sich mit dem Andrang überfordert. An den Brandenburgischen Unis blieb der massive Andrang jedoch aus. Cottbus vermeldete sogar einen Rückgang an Studierenden.

In den letzten Monaten gab es reichlich Meldungen, die von überfüllten Vorlesungen wegen des gewaltigen Ansturms der Studenten an den Hochschulen berichteten. Das Statistische Bundesamt Deutschlands hat diese Behauptungen nun bestätigt – die Statistiker ermittelten, dass es in 12 von den 16 Bundesländern einen Zuwachs an Studienanfänger im Vergleich zu 2009 gab, 4 Prozent mehr im Vergleich zum letzten Jahr. Besonders beliebt bei den Studenten waren im vergangen Jahr die Universitäten in Berlin, Bayern und im Saarland.

Weniger Probleme mit ungezügelten Studentenmassen hatten die Unis in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und auch in Mecklenburg-Vorpommern. Das Statistische Bundesamt hat für den Rückgang der Studentenanzahl in den vier Bundesländern allerdings eine überraschende Erklärung: Der Geburtenrückgang im Osten Deutschlands Anfang der 90-er Jahre sorgt für den Studentenschwund.

Doch es gibt weitere Gründe, die zumindest nicht für mangelnde Attraktivität der ostdeutschen Standorte sprechen. So hat der Vizepräsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) Professor Matthias Koziol eine einfache Erklärung für den Rückgang an seiner Uni: „In den letzten Jahren haben wir einen enormen Zuwachs an Studenten erfahren“. Seit 2007 habe sich die Zahl der Studienanfänger beinahe verdoppelt. Ursächlich daran waren die guten Berufsperspektiven und die beliebten Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsingenieurwesen, Kultur und Technik.

Um den weiteren Zustrom an Studenten zu verhindern, wurde an der BTU eine Zulassungsbeschränkung an den beliebten Studienfächern eingeführt. Dieser Numerus Clausus gilt als wesentlicher Bestandteil bei Vergabe von Studienplätzen. „Durch die Einführung des NC können wir uns jetzt unsere Studenten aussuchen, auch wenn es mir für die nicht Angenommenen leid tut“, erklärte der Professor.

(LL)

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