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News | Studium
Dienstag, 11. Januar 2011

Teilzeit-Studenten werden an den Unis nicht gern gesehen

Finanzielle und berufliche Zwänge lassen oft nur ein Teilzeitstudium zu. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss in Teilzeit sind allerdings schlecht: Es mangelt schlicht an Studiengängen. Experten fordern ein Umdenken bei Politik und Univerwaltungen.

Die Universitäten in Deutschland fokussieren sich weitgehend auf Vollzeitstudenten was den Teilzeitstudenten das Studium erschwert. Immerhin 25 Prozent aller Studenten sind Teilzeitstudenten. Es sind meistens diejenigen, die über keine zusätzliche finanzielle Unterstützung der Eltern oder Großeltern verfügen und deshalb auf Studentenjobs angewiesen sind.

Einige Studenten können recht gut Studium und Job miteinander verbinden, andere wiederrum bleiben auf der Strecke und fühlen sich dabei überfordert. Dies ist auch der Hauptgrund, warum jeder Fünfte sein Studium – meist bereits im ersten Jahr – abbricht. Doch auch diejenigen, die eine Kombination aus Studium und Arbeit bewältigen, dürfen nicht überall ein Teilzeitstudium aufnehmen.

In manchen Bundesländern wie z.B. Bayern oder Baden-Württemberg kann nur ein einziger von hundert insgesamt angebotenen Studiengängen in Teilzeit studiert werden. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt besteht laut HRK-Hochschulkompass überhaupt keine Möglichkeit, zum Teilzeitstudenten zu werden. Dafür ist die Auswahl an Teilzeitstudiengängen mit einer Quote von 22,7 Prozent in Berlin umso größer.

Damit es in Zukunft auch in anderen Bundesländern erlaubt wird, Teilzeit zu studieren, fordert das Stifterverband für die deutsche Wissenschaft „das Problem endlich ernst zu nehmen und entsprechende Angebote zu machen“. Dr. Volker Meyer-Guckel, Mitglied der Geschäftsleitung des Verbandes, sagte in einem Interview mit dem Deutschlandradio, dass „etwa ein Viertel der Studiengänge so organisierbar sind, dass sie auch in Teilzeit studierbar sind“.

(LL)

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