Imamausbildung ist wichtig für IntegrationFoto: S. Hofschlaeger / PIXELIO
News | Hochschulen
Dienstag, 1. Februar 2011

Osnabrücker Uni für Imamausbildung ausgezeichnet

Mit dem Studiengang Islamwissenschaft hat sich die Universität auf neues und vermeintlich vermientes Terrain begeben. Doch der Mut wurde mit einer Auszeichnung belohnt.

An der Universität Osnabrück wird ab diesem Wintersemester ein Aufbaustudium für Lehreramt Studenten angeboten. Das Erweiterungsfach nennt sich Islamische Religionspädagogik und soll demnächst zu einem eigenen Studienfach ausgebaut werden. Gedacht ist die Fortbildung für Lehrer von Grund- Haupt- und Realschulen und soll so für eine bessere Integration sorgen. Damit ist die Osnabrücker Uni Pionier in Sachen Islamschulung und bekam aus diesem Grund auch die Auszeichnung im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ verliehen, die von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft ausgeschrieben wird

Der Imam eine Schlüsselfigur in Sachen Integration

Zusätzlich bietet die Universität auch eine kostenlose Weiterschulung für Imame und Seelsorger an. Diese gilt als Meilenstein in der Integrationsfrage. Der Imam ist für die Muslime eine Art Mischung aus Sozialarbeiter und Pfarrer, da er die Gebete leitet aber gleichzeitig auch immer ein offenes Ohr für die privaten Probleme seiner Gläubigen hat. Diese Eigenschaften machen in eigentlich zu einem idealen Integrationshelfer, doch beherrschen von insgesamt 2.000 Imamen in Deutschland nur 10 Prozent die Deutsche Sprache, da sie meist aus der Türkei kommen.

So richtet sich die Weiterbildung auch ausdrücklich an Imame und Seelsorger, die den Wunsch haben, sich soziale Kenntnisse und Wissen über die deutsche Gesellschaft und wissenschaftliche Kompetenz anzueignen. Die Osnabrücker Uni ist eine von drei Universitäten in Deutschland, an denen dieser Unterricht angeboten wird. Die Fortbildung wird auch als eine Art Testlauf gesehen, um ab 2012 ein komplettes Imamstudium anbieten zu können.

Auszeichnung für Pionierarbeit

Die Uni Osnabrück fühlt sich durch die Auszeichnung für ihr außergewöhnliches Studienangebot natürlich geehrt: „Wir freuen uns und sind stolz, ein ausgewählter Ort dieses renommierten Wettbewerbs zu sein“, so der Leiter des Zentrums für Islamstudien Bülent Ucar. Die Auszeichnung war auch hart umkämpft: Bis zu 2600 Einrichtungen standen zur Auswahl. Dass die Osnabrücker Uni ausgewählt wurde, soll auch ein Zeichen setzen.

(wg_admin)

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