Karl-Heinz Liebisch / PIXELIOKarl-Heinz Liebisch / PIXELIO
News | Hochschulen
Montag, 7. Februar 2011

Die Berliner Unis platzen aus allen Nähten

Immer mehr Studenten möchten an Berliner Universitäten studieren – verständlich, aber wie sollen die Unis diesem Run Herr werden? Wie immer fehlen Geld und Kapazitäten.

Der Kampf um einen Studienplatz wird härter – die Aussetzung der Wehrpflicht und der doppelte Abiturjahrgang sorgen jetzt schon für Chaos an den Berliner Hochschulen. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern keinen Studiengebühren, was die ohnehin schon begehrte Hauptstadt noch attraktiver macht.

Berliner Unis sind mit der Situation überfordert

Anders als Senator Zöllner ist der Vizepräsident der Technischen Universität Berlin, Wolfgang Huhnt, gar nicht davon überzeugt, dass die Hochschulen mit der momentan schwierigen Situation fertig werden. In einem Interview mit der Berliner Morgenpost macht er deutlich, dass die bis jetzt ergriffenen Maßnahmen zu Bewältigung der Krise lange nicht ausreichen werden: „Wir haben heute schon eine Auslastung von 105 Prozent“, so der Vizepräsident. An allen Ecken und Enden scheint es der Technischen Universität an Geld zu mangeln, woran auch die versprochenen 35 Millionen Euro, die Senator Zöllner zugesichert hat, nichts ändern werden. Um dem immer stärker werdenden Andrang auf die Universität gerecht zu werden, benötigt die Hochschule mehr Personal, was aber aus Kostengründen auch in Zukunft nicht möglich sein wird. „Wir können definitiv keine zusätzlichen Hochschullehrer einstellen“, äußerte Huhnt.

Den Unis wird das Geld knapp

Ohne eine ausreichende Anzahl an Professoren werden die Vorlesungen in den jetzt schon überfüllten Uniräumen zur Horrorvorstellung. Eine Lösung der Situation ist für Huhnt schwierig, da besonders die Praxiseinheiten in kleinen Gruppen die Hochschule vor eine unlösbare Aufgabe stellt. Der einzige Weg aus dieser misslichen Lage scheint für Huhnt, die finanziellen Mittel der Hochschulen zu erhöhen. Da klingen die Worte der Bundesministerin Schavan traumhaft, die in ihrer Bildungsoffensive zwei Milliarden Euro in die Hochschulen investieren will. Für den Vizepräsidenten der Technischen Universität ist dies aber trotzdem kein Grunde zum Jubeln, da nach eigener Rechnung für die Berliner Uni nur zwei Millionen Euro pro Jahr abfallen würden, was höchstens als Tropfen auf den heißen Stein gesehen werden kann.

(wg_admin)

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