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Freitag, 18. März 2011

Nur wenige Technik-Studenten halten durch

In Deutschland haben Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler zurzeit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zeigt allerdings: die meisten Studenten dieser Fächer schaffen es gar nicht bis zu ihrem Abschluss!

Jeder vierte Student der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bricht vorzeitig sein Studium ab, obwohl die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt gut stünden. Da hat auch die fast exzessive Bewerbung dieser Fächer durch die Bundesregierung keine Abhilfe geschaffen. Dies ergab eine aktuelle Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Essen. Rechnet man zudem noch die Studienfachwechsler dazu, sieht es noch finsterer aus: Bei einer Schwundquote von rund 40 Prozent erreicht nur etwas mehr als die Hälfte eines Studienanfänger-Jahrgangs die Abschluss-Prüfungsphase.

Deutlich niedriger liegt die Quote bei anderen Fächern: in den Rechts-, Wirtschafts-, und Sozialwissenschaften sind es etwa 25 Prozent, in der Medizin sogar nur zwei Prozent, die die Abschlussphase nicht mehr unter Dach und Fach bringen. Auch die Geistes- und Sozialwissenschaften haben sich im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich erholt.

Bologna-Reform bereitet vor allem angehenden Natur- und Ingenieurswissenschaftlern Kopfzerbrechen

So sehr die Bologna-Reform – also die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengängen – auch als zu verschult verschrien ist: Den Geistes- und Sozialwissenschaften hat sie in puncto Abbrecherzahlen eher gut getan. Nur die Natur- und Ingenieurwissenschaftler hadern offensichtlich mit dem neuen System. Als Grund für Abbruch oder Fachwechsel geben die meisten Studenten Überforderung an. Zu hohe Anforderungen und zu viel Stoff im Studium führen zu Leistungsproblemen. Dazu kommen finanzielle Probleme an vielen Fachhochschulen. In den Fächern Elektrotechnik, Maschinenbau, Mathematik, Physik und Chemie ist die Schwundquote bei Bachelor-Studenten deutlich höher als bei Studenten des Diplomstudiengangs.

(LL)

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