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Mittwoch, 30. März 2011

Apotheker ist kein Traumberuf mehr

Apotheker ist ein traditionsreicher und ehemals prestigeträchtiger Berufszweig. Doch mit der Zeit ist das Pharmaziestudium, das man hierfür benötigt, aus der Mode gekommen.

„Gesunder Beruf – gesunde Zukunft“, mit diesem Slogan versucht die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) neue Studenten anzulocken. Ein Arbeitsplatz nach dem Studium ist, laut der Bundesagentur, so gut wie sicher – im Jahr 2009 waren von 58.000 Apothekern deutschlandweit nur 550 arbeitslos. Doch diese Berufssparte übt mittlerweile keinen Reiz mehr auf die jungen Menschen aus.

Warum dieser Beruf auf den ersten Blick nicht wirklich besonders einladend wirkt und die Studenten an den Unis den Pharmazeutikern nicht die Türen einrennen, hat so seine Gründe: Entscheidet sich ein Abiturient für das Pharmaziestudium, so muss er ein Topzeugnis vorlegen können. Ein Durchschnitt von 1,5 oder besser und Bestleistungen in den Fächern Mathematik, Chemie und Biologie sind ein Muss für die Aufnahme an einer Uni. Das muss man erstmal schaffen!

Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, so kommt der Bewerber auf eine Warteliste, und die ist ziemlich lang. Da Laborplätze an den Hochschulen eher knapp sind, bleibt die Anzahl der angehenden Pharmazeuten weitestgehend beständig. Zurzeit sind etwa 12.000 Studenten für Pharmazie eingeschrieben.

Nach vielen experimentreichen Tagen im Labor und drei Staatsexamen können die fertig ausgebildeten Apotheker in die Welt der Pharmazie einsteigen. Die Entlohnung für das mühevolle und harte Studium sieht vergleichbar mager aus: Zwischen 3.000 und 4.000 Euro verdient maximal ein Apotheker in seinem Leben. Im Vergleich zu einem Arztgehalt, der auch mal locker über 7.000 Euro verdienen kann, ist es kein großartiger Ansporn für die jungen Leute, sich für die Pharmazie zu entscheiden.

Der Beruf hat aber auch Vorteile. Arbeit in einer Apotheke ist vergleichsweise familienfreundlich, denn oft ist Teilzeitarbeit möglich. Die Nähe zum Wohnort ist ein weiterer Punkt, der den Beruf attraktiv macht. Man sollte also immer zwei Mal schauen, bevor man ein Studium als unattraktiv abschreibt!

(LL)

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