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News | Hochschulen, Studium
Freitag, 1. April 2011

Uni Mainz bestimmt jetzt selbst über die Studiengänge

Ist ein neuer Studiengang in Planung, ist eine Universität verpflichtet, diesen akkreditieren zu lassen. Bisher übernahm diese Aufgabe ein Gutachter. Nun stellt die Uni Mainz ein neues Verfahren vor.

Alle deutschen Universitäten müssen sich einer Programmakkreditierung unterziehen, falls ein neuer Studiengang auf dem Plan steht. Dafür gibt es Akkreditierungsagenturen, deren Gutachter den Hochschulen einen Besuch abstatten und kontrollieren, ob alles im Sinne des Akkreditierungsrats verläuft. Ist dies der Fall, so erhält die Hochschule eine Genehmigung für den Studiengang und hat erst mal für die nächsten fünf Jahre Ruhe – danach folgt erneut eine Akkreditierung.

Ein neues Verfahren – Systemakkreditierung – ermöglicht den Unis eine Selbststeuerung der Studiengänge durch ein eigenes Qualitätsmanagementprogramm. Dabei schauen sich die Gutachter das interne Qualitätssicherungssystem genau an und bewerten es. Anschließend werden alle nötigen Unterlagen gesichert und schon wird die Uni auf Systemakkreditierung umgestellt.

Drei Jahre hat es gedauert, bis die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz das Startsignal für eine selbstbestimmende Qualitätssicherung bekommen hat. Sie hat als erste Universität diesen Schritt gewagt und bestimmt nun selbst über alle Studiengänge.

Im Vergleich zu Programmakkreditierung wird bei der Systemakkreditierung eine Frist von sieben Jahren gewährt, bis ein neues Gutachten erstellt werden muss. Die Kosten, die jährlich mit dem neuen Verfahren entstehen, sind nicht bedeutend weniger als bei der Programmakkreditierung, jedoch gehen die Gelder nun an die eigene Verwaltung.

Kritisch kann es an der Uni Mainz werden, „wenn eine Systemakkreditierung negativ beschieden wird“, so Achim Hopbach, Geschäftsführer des Akkreditierungsrats. „Als Konsequenz müssten wiederum alle Studiengänge durch die Programmakkreditierung gehen“.

Doch das neue Verfahren ist kein Muss an den Universitäten. Jede Hochschule kann individuell für sich bestimmen, ob sie sich für oder gegen die Systemakkreditierung entscheidet. Man wird sehen, welche Vorgehensweise sich langfristig durchsetzen wird.

(LL)

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