Deutschland auf Platz zwei beim UnirankingFoto: digital cat / flickr.com
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Mittwoch, 6. April 2011

Hochschulen: Internetdatenbank für Studienplatzsuche gescheitert

Ab dem Wintersemester 2011 sollte eine internetbasierte Software die Studienplatzsuche erleichtern. Doch die geplante Internetdatenbank stößt bei vielen Hochschulen auf Kritik und Ablehnung.

Eine internetbasierte Software sollte ab dem Wintersemester 2011 die Studienplatzsuche vereinfachen. Doch die Internetdatenbank scheint für die bundesweite Vergabe von Studienplätzen ungeeignet zu sein. Das Programm, welches nur ein Fach pro Bewerbung verwalten kann, ist für Bachelorstudiengänge mit einem oder zwei Nebenfächern unzugänglich. Diese Problematik erkennen nun auch viele Hochschulen und stellen fest, dass die Funktionalität der Software momentan nicht gegeben ist.

Nobert Robers, Sprecher der Uni Münster, äußert sich gegenüber „welt online“ kritisch zum neuen Programm: „Rund zwei Drittel unserer Studiengänge sind Mehrfach-Bachelor. Deswegen kommt das System in seiner jetzigen Form für uns nicht in Frage“. Ole Lünnemann, Sprecher der TU Dortmund, bestätigt Robers´ Bedenken: „Wir bieten ausschließlich Zweifach-Studiengänge an. Und die kann dieses System derzeit nicht abbilden.“

Es scheint schlecht um das neue System zu stehen, da nicht nur Mehrfachstudiengänge nicht erfasst werden, sondern auch Lehramtsanwärter von der Datenbank ignoriert werden. Das Chaos scheint unvermeidbar, da sich derzeit weniger als zwei Drittel der Abiturienten um Studienplätze bewerben, die per Internet verwaltet werden können.

Dennoch streben Bund, Länder und Hochschulsektoren eine zentrale Software an, bei der sich Interessenten für Studienangebote an verschiedenen Universitäten gleichzeitig bewerben können. Ziel ist, dass Studenten mit der Zusage an ihrer gewünschten Uni automatisch aus dem Verfahren gestrichen werden und somit keine weiteren Hochschulplätze für andere Mitstreiter blockieren.

Bis dato hat der Bund 15 Millionen Euro für das „dialogorientierte“ Bewerbungssystem ausgegeben. Doch solange das Programm nicht den gewünschten Anforderungen entspricht und weiterhin markante Fehler aufweist, werden die Hochschulen auf ihre alten Systeme vertrauen und dieses weiterhin nutzen. So scheint ein neues Studienplatz-Chaos vorprogrammiert zu sein…

(SW)

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