WohnwagenWohnungsknappheit: Jenaer Studenten wohnen in Wohnwagen. Foto: siepmannH / PIXELIO
News | Hochschulen, Wohnen
Dienstag, 19. April 2011

Studi-Wohnraum knapp: Studenten wohnen auf Zeltplätzen

Plätze im Wohnheim und bezahlbare WG-Zimmer oder Wohnungen sind in einigen Städten Mangelware für Studenten. Studis sind gezwungen auf Alternativen auszuweichen: Der Wohnwagen steht hierbei hoch im Kurs.

Es klingt erst einmal etwas ungewöhnlich, aber in Jena ist es Gang und Gäbe: Erstsemester-Studierende suchen vermehrt nach Wohnwagenstellplätzen auf Zeltplätzen. Wohnräume, egal ob WG-Zimmer oder Wohnung, sind in Jena für Studenten zur heiß begehrten Rarität geworden. Das ist der Grund, warum viele Studenten auf einen Zeltplatz als Unterkunft ausweichen. Nicht nur, dass es für die Jenaer Studenten kaum noch bezahlbare Wohnungen gibt, auch das Platzangebot für Wohnheimplätze entspricht nicht mehr den Kriterien von Nachfrage und Angebot, oder anders: von Wohnheimplätzen und Studierenden. Auf dem Wohnungsmarkt herrscht Ebbe.

Der Wohnwagen-Unterschlupf scheint dabei für viele Studenten das kleinere Übel zu sein, denn die andere Alternative besteht häufig nur im Ausweichen auf Nachbarstädte. Hier finden die Studenten zwar günstigere Unterkünfte, müssen dafür aber einen langen Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Eine weitere Möglichkeit ist die Anmietung eines Hostel-Zimmers. Diese sind jedoch auf Dauer gesehen teurer und ebenfalls trotzdem schnell ausgebucht.

Studierendenvertretungen geben Tipps zur Wohnungssuche

Einerseits wirbt Jena für sich als Studentenstadt – Studenten bekommen sogar Boni, sobald sie ihren Erstwohnsitz in Jena melden –, andererseits herrscht akute Wohnraumknappheit. Auch das Studentenwerk Thüringen beanstandet die fehlenden Mittel, um neue Wohnheime zu errichten. Die Studierendenvertretungen versuchen trotz allem, den Studenten mit Tipps zur Wohnungssuche zur Seite zu stehen. So werden beispielsweise Hinweise zur Recherche gegeben, auf Nachbarorte verwiesen aber auch aktiv WG-Grundüngstreffen veranstaltet, um ein Forum für wohnraumsuchende Studenten zu schaffen.

Im hessischen Marburg und in der Hansestadt Greifswald sind die Rahmenbedingungen für wohnraumsuchende Studenten ähnlich. Durch steigende Mieten werden sogar WG-Zimmer für Studenten nahezu unbezahlbar, weswegen sie in die Randgebiete ausweichen müssen. Ähnlichkeit schafft Verbundenheit – und so wollen die Unis in Jena, Greifswald und Marburg künftig mit gemeinsamen Aktionen noch stärker auf die missliche Lage aufmerksam machen.

(SW)

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