To-Do-Liste für Studenten vor dem StudiumDie To-Do-Liste vor dem Studium ist lang. Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Habt ihr schon eine Wohnung? Foto:Thorben Wengert / PIXELIO
News | Hochschulen
Freitag, 29. April 2011

Studiengebühren: Unsinnige Anschaffungen erzürnen Studenten

Studiengebühren sollten ursprünglich zur Verbesserung der Lehre genutzt werden, in der Realität werden diese Gelder oftmals für die Prestigeprojekte der Hochschulen und Universitäten ausgegeben. Widerspruch scheint zwecklos, diskussionsfreudige Studenten werden als „Blockierer“ angesehen und schnell in den Hintergrund gedrängt.

Die Studiengebühren sind in etlichen Bundesländern immer noch ein Grund dafür, dass Studieninteressierte ganz auf ein Studium verzichten und sich neu orientieren. Als wäre das nicht schon ärgerlich genug, kommt oft genug hinzu, dass die Gelder für fragwürdige Zwecke eingesetzt werden – wie z.B. den Bau eines 40.000 Euro teuren Drachenboots, ein 1.000 Euro teurer Drahtgrill gekauft wird oder eine Universität ein Callcenter errichten lässt. Die Frage nach dem eigentlichen Sinn solcher Gebühren stellt sich immer häufiger.

Kein Wunder also, dass die eh schon umstrittenen Studiengebühren immer häufiger diskutiert werden. Dies ist verständlich, betrachtet man doch nur einmal die Universität in Osnabrück, die ihren Ruderern ein Drachenboot im Wert von 40.000 Euro spendierte oder im Studienstandort Lingen den Studenten ein 1.000 Euro teurer Drahtgrill schenkte. Bei den Studenten stoßen solche Investitionen jedoch auf große Zustimmung, wie der Hochschulsprecher Ralf Garten „Spiegel Online“ erklärte, entsteht so doch eine Verbesserung der Studienbedingungen. Die Ludwig-Maximilian-Universität in München (LMU) errichtete eigens für ihre Studenten ein Callcenter. 23 studentische Hilfskräfte stehen Montag bis Freitag ihren Kommilitonen telefonisch zur Seite und versuchen, Fragen bezüglich des Studiums zu klären. Die Kosten dieser Einrichtung beliefen sich auf 104.000 Euro, hinzukommen noch das jährliche Gehalt der Callcenter-Chefin und die Kosten für die studentischen Hilfskräfte.

Die Universität Hamburg hingegen staute bis 2010 Gebühren in Höhe von 35 Millionen Euro an, bayerische Universitäten brachten es 2009 sogar auf 106 Millionen Euro. In Niedersachsen waren es 78 Millionen Euro, die laut Sprecher des Wissenschaftsministeriums in Hannover als „ganz normal“ angesehen werden, da das Geld immer zeitversetzt ausgegeben werde. Man versichere, dass alle Mittel verplant seien und im Interesse der Studenten eingesetzt werden. Ob die Meinung der Studenten bei diesen Projekten aber tatsächlich eine Rolle spielt, bleibt fragwürdig. Zwar können diese ihre Meinungen in den Gremien mit einbringen, werden aber oft als „Störenfriede“ und „Blockierer“ abgestempelt und nicht angehört. So haben die Studenten in Lüneburg aufgrund fehlender Verbesserungsmaßnahmen ihre Studiengebühren für das Wintersemester 2010/2011 zurückgefordert und wehren sich gegen das Vorgehen ihrer Universität.

Eine Lösung für das Problem: Die Studiengebühren werden wieder abgeschafft, haben doch Bundesländer wie Hessen, das Saarland und Nordrhein-Westfalen schon vorbildlich bewiesen, dass es auch anders geht. Unter der grün-roten Regierung in Baden-Württemberg scheint auch hier ein Ende in Sicht zu sein. Hamburg will ebenfalls nachziehen.

(LT)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *