Studenten sehen keine berufliche Zukunft mit dem Bachelorabschluss. Foto: Thomas Kölsch/ pixelio.deStudenten sehen keine berufliche Zukunft mit dem Bachelorabschluss. Foto:Thomas Kölsch / PIXELIO
News | Studium
Freitag, 6. Mai 2011

Unternehmen schätzen Bachelor

Viele Studenten befürchten, nach einem Bachelorstudium keinen Arbeitsplatz zu finden – und hängen in den meisten Fällen ein Master-Studium hinten dran. Dass der Bachelor verpöhnt ist, sei allerdings ein Trugschluss, betonen Experten.

Experten wie Arend Oetker, Präsident des Stifterverbands für Deutsche Wirtschaft und des Studieninformationssystems (HIS), können die Auffassung vieler Studenten hinsichtlich eines Bachelorstudiums nicht teilen. „Die Angst, dass man keinen Arbeitsplatz mit einem Bachelor findet, ist vollkommen unbegründet“, sagt er gegenüber „welt.de“. Eine Studie des Stifterverbands zeige, dass die Arbeitslosigkeit der Bachelorabsolventen gerade einmal 3 Prozent beträgt und demnach viele Unternehmen diesen ersten nach der Bologna-Reform eingeführten Studiengangs offen gegenüberstehen.

Zwar erhalten 31 Prozent der Absolventen eines Bachelorstudiums ein geringeres Einstiegsgehalt als Träger eines Diploms, dieser Unterschied wird sich jedoch vergleichsweise schnell nach drei bis fünf Jahren wieder ausgleichen. Auch die Unternehmen bestätigen, dass Studenten mit Bachelor ebenfalls höhere Positionen erlangen können, schließlich achten die Unternehmen Oetker zufolge zunehmend auf die Qualifikationen und nicht auf den Abschluss der Studenten.

Grund hierfür könnte sein, dass die Unternehmen die fachspezifischen Unterschiede zwischen einem Bachelor- und Master Studium gar nicht mehr richtig einschätzen können. Sollten doch ursprünglich die Grundlagen eines Studienfachs im Bachelor erlernt und im Master vertieft werden, sieht die Realität jedoch ganz anders aus: Immer mehr Bachelorstudiengänge spezialisieren sich auf fachspezifische Themen und lassen somit ein Aufbau-Studium unsinnig erscheinen. Zudem findet man im Bachelor Studium, die von vielen Betrieben gewünschte Praxisorientierung, welche der Wissenschaft und Forschung jedoch zum Nachteil werden könnte.

Studenten sehen keine berufliche Zukunft mit dem Bachelorabschluss

Anders als die Unternehmen sind dennoch viele Studenten der Überzeugung, keinen Job mit ihrem Bachelorstudium zu finden. So streben dreiviertel der Studenten ein Master Studium nach ihrem Abschluss an. Zwar beweisen einige Studien das Gegenteil, dennoch sind etliche Studenten der Auffassung, dass sich mit einem zweiten Abschluss in der Tasche ihre Chancen auf einen guten Job erhöhen. Desweiteren hat ein Großteil der Studenten Angst, keinen geeigneten Masterplatz zu bekommen. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist jedoch der Meinung, dass 90 Prozent der Studenten ihren Masterabschluss sogar an ihrer Wunschhochschule machen können. Laut ihren Aussagen bleiben tausende von diesen Plätzen frei.

An der Humboldt Universität kann von einem Überangebot jedoch nicht die Rede sein. Hier können nur 50 Prozent der Studenten einen Masterplatz belegen, der verbleibende Rest sieht sich gezwungen, seinen Master an einer anderen Universität zu absolvieren. Die Politik fordert mehr Flexibilität, die Studenten sehen dies allerdings anders. Demzufolge entstehen im Osten der Bundesrepublik viele freie Masterplätze, wohingegen es im Westen Deutschlands eng wird

Hinzukommen die doppelten Abiturjahrgänge, wie z.B in Bayern und Baden-Württemberg 2011/2012 der Fall, die einen erheblichen Studienplatzmangel hervorrufen werden. Aber auch der Entfall des Wehrdienstes dürfte diese Problematik erschweren. Es wird eng an vielen Universitäten in Deutschland, da scheint die Aufstockung des Hochschulplätze von 250.000 Plätzen auf 340.000 nicht viel zuverändern.

(LT)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *