CampusDas übliche Chaos auf dem Campus einer Universität. Foto:www.JenaFoto24.de / PIXELIO
News | Studium
Dienstag, 19. Juli 2011

Studie warnt vor Studentenflut ab Herbst

Der Hochschulpakt 2020 muss überdacht werden: Die eigentlichen Ziele werden nicht erreicht. Die erhöhte Zahl angehender Studenten stellt Bund und Länder vor neue Herausforderungen.

Die Chancen für angehende Studenten auf einen Studienplatz in diesem Jahr stehen nicht gut. Eine Studie der Hochschulexperten der CHO aus Gütersloh zeigt, dass die Zahl der Schulabgänger und angehenden Studenten die Anzahl der potenziellen Studienplätze deutlich übersteigt. So fehlen bereits in diesem Jahr circa 50.000 Studienplätze, auch in den kommenden Jahren ist mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen. Laut einer Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes strebten bereits im Jahr 2010 immer mehr junge Menschen einen höheren Abschluss an.

Das ursprüngliche Ziel von Bund und Ländern war es, im Rahmen des Hochschulpakts eine Vielzahl an Studienplätzen zu schaffen. Damit sollte dem „Babyboom“ Mitte der 80er Jahre in den alten Bundesländern, der nun zu einem Ansturm auf die Unis führt, und den doppelten Abiturjahrgängen durch die in einigen Bundesländern von 13 auf 12 Jahre verkürzte Abiturdauer entgegengewirkt werden. Jedoch brachte das erhöhte Angebot an Studienplätzen auch einen deutlichen Anstieg der Nachfrage mit sich.

Christian Bertholt der CHU Consult betont zwar, dass die Aufwärtsbewegung der Zahl der zukünftigen Studenten durchaus als eine positive und erfreuliche Entwicklung gewertet werden könne, jedoch müsse gleichzeitig eine ausreichende Anzahl an Studienplätzen gewährleistet werden. Die derzeitige Entwicklung zeige, dass Bund und Länder aktiv auf die derzeitige Situation reagieren müssten, um die Situation entschärfen zu können. Prognosen der CHU Consult zeigen, dass es bis 2015 zu einem Anstieg auf rund 500.000 Studierenden kommen soll. Unter diesen Umständen reichen die liquiden Mittel des Hochschulpakts nicht aus, um die über 200.000 Studienplätze zu finanzieren. Es besteht also Handlungsbedarf: Zum einen fordern die Experten der CHU Consult eine sofortige Bereitstellung finanzieller Mittel noch für das kommende Wintersemester in diesem Jahr und zum anderen eine Aufarbeitung des zweiten Hochschulpakts, der besser auf die heutige Entwicklung abgestimmt werden muss.

Man dürfe nicht weiter so stur von der prognostizierten Entwicklung ausgehen und sich an Plandaten festhalten, sondern müsse die Finanzierung auf die damit einhergehende erhöhte Nachfrage ausrichten, so Christian Bertholt der CHU Consult. Bertholt begrüßt weitere politische Reformen, die zum einen geringeren bürokratischen Aufwand im Bezug auf die Einstellung aus dem Ausland kommender Mitarbeiter verspricht und zum anderen ausländischen Studierenden den Zugang zum deutschen Hochschulsektor erleichtern soll.

(TR)

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