Regensburg möchte "Technische Hochschule" werdenRegensburg hat gute Chancen im Rennen um den Titel "Technische Hochschule". Foto: Jürgen Grüneisl / PIXELIO
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Montag, 1. August 2011

Wer wird „Technische Hochschule“ in Bayern?

Die Uni, die das Prädikat „Technische Hochschule“ bekommt, kann Fördergelder in Millionenhöhe abgreifen. Entsprechend engagiert ist in Bayern der Kampf um diesen Titel. Die Entscheidung wird Ende des Jahres erwartet.
Bayerns Unis in Aufruhr: Der Titel „Technische Hochschule“ soll wieder verliehen werden, gedeckt von Fördermillionen aus dem Wissenschaftsministerium. Mehrere Universitäten buhlen daher um das Prädikat. Dabei wird nicht nur das eigene Image in Szene gesetzt, es wird auch deftig ausgeteilt.

Wer letzten Endes das Rennen macht, ist derzeit noch unklar. Die Kandidaten bringen ihre Fürsprecher derweil in Position. So polterte Schwabens Europa-Abgeordneter und CSU-Bezirkschef Markus Ferber im Kampf für Augsburg unlängst gegen Konkurrent Passau: „Wir haben mit Erlangen und München bereits zwei technische Universitäten in Bayern, das reicht aus“, wie die Internet-Zeitung berichtet. Die Niederbayern kontern mit dem überzeugenden Konzept „Technik Plus“: Die Fakultät für Mathematik und Informatik soll ausgebaut werden, eine engere Kooperation mit der Hochschule Deggendorf aufgebaut und ein Forschungs- und Innovationsforums „Donau-Inn“ gegründet werden. Die Franken wiederum, in Vertretung durch Umweltminister Markus Söder (CSU) und Innenminister Joachim Herrmann (CSU), zeigen sich schon siegesbewusst, was die Uni Nürnberg angeht, was bei Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) nicht gerade auf positive Resonanz stieß.

Wenn drei sich streiten, freut sich der vierte

Underdog Regensburg könnte im Gerangel der Nutznießer sein: Hier formiert sich zurzeit ein Bündnis für den Ausbau der Uni für Angewandte Wissenschaften. Diese gilt Experten jetzt schon als federführend in den Fächern Maschinenbau, auch Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (den so genannten MINT-Fächern) und bei innovativen und internationalen Ingenieurs-Studiengängen. Außerdem ist Regensburg zusammen mit Würzburg die drittgrößte Uni Bayerns. Die Voraussetzungen stehen also gut. Zünglein an der Waage könnte sein, dass Politik und Wirtschaft der Region –darunter Schwergewichte wie BMW, Krones, Infineon oder Schneider Electric – hinter den Ausbauplänen stehen. Der Regensburger Bundestagsabgeordnete Peter Aumer (CSU) ergänzt: „Unser Ziel: Wir wollen mit einer Stimme sprechen und im engen Schulterschluss mit der Kommunalpolitik, den Regensburger Hochschulen und den Unternehmen deutlich machen, dass Regensburg aus unserer Sicht der optimale Standort für das geplante Kompetenzzentrum technischer Studiengänge ist.“ Ein Gutachten, das laut des Regensburger Wirtschaftsreferenten Dieter Daminger in Arbeit ist, soll die Eignung für das Prädikat „Technische Hochschule“ noch unterstreichen. Man sagt, Heubisch hege durchaus Sympathien für die Regensburger Initiative.

(SW)

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