Geburtstagstorte für BafögDas BAföG feiert Geburstag. Foto: Jörg Siebauer / PIXELIO
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Donnerstag, 4. August 2011

Das BAföG feiert 40. Geburtstag! Die wichtigsten Regeln zur Antragstellung

Am 1. September dieses Jahres wird das BAföG (BundesAusbildungsförderungsGesetz) 40 Jahre alt. Tatsächlich gibt es auch einiges zu feiern: Seit 1971 ermöglicht das Gesetz es Millionen von Menschen aus einkommensschwachen Familien zu studieren und schafft somit gleiche Bildungschancen für alle. Allein 2010 erhielten rund 916.000 junge Menschen BAföG, um ihre Ausbildung zu finanzieren.

Im Laufe seiner 40-jährigen Geschichte musste das BAföG viele Veränderungen hinnehmen. Zu Beginn noch ein Vollzuschuss für Studenten, wurde es bereits nach kurzer Zeit auch für Schüler und Auszubildende zugänglich gemacht. 1974 erfolgte dann die erstmalige Umstellung des Zuschusses zum halben Darlehen, bevor er schließlich 1984 für einige Jahre zum Volldarlehen umfunktioniert wurde. Schließlich musste das Geld zuerst nicht zurückgezahlt werden und wurde schnell von fast der Hälfte aller Studenten genutzt, was den Staat allein in den ersten drei Jahren 5,2 Milliarden Mark kostete. Um weitere Kosten zu vermeiden, wurde das BAföG in den darauf folgenden Jahrzehnten dann ständig gekürzt und nur minimal wieder erhöht. Sogar von einer Abschaffung war die Rede. Ende der 90er waren es schließlich nur noch 12,6 % der Studenten, die BAföG empfingen.

Heute, kurz vor dem 40-jährigem Jubiläum, sieht es wieder besser aus. Seit der Beitragserhöhung, der Erhöhung der Freibeträge auf das Elterneinkommen und der Veränderung anderer entscheidender Details in den Jahren 2007 und 2010 ist die Zahl der BAföG-Empfänger wieder gestiegen. Besonders unter den Studierenden habe es laut Statistischem Bundesamt einen enormen Anstieg gegeben. 2010 waren es 592.000 Studierende, die im Durchschnitt 436 Euro im Monat bekamen: Immerhin 42.000 mehr als im Vorjahr.

Wer bekommt BAföG und wie wird es berechnet?

Grundsätzlich werden bestimmte Vollzeitausbildungen, sowie das erste grundständige Studium (Bachelor mit anschließendem konsekutivem Master) gefördert. Zudem muss der Geförderte deutscher Staatsbürger und zu Beginn der Ausbildung unter 30 Jahren alt sein (beim Master unter 35). Die jeweilige Höhe des BAföGs errechnet das zuständige Amt, indem es das Einkommen der Eltern, des Ehegatten, sowie das Einkommen und das Vermögen des Berechtigten berücksichtigt. Dabei darf der Antragsteller 400 Euro monatlich verdienen, sowie ein Vermögen von 5.200 Euro aufweisen, das die Bedarfsberechnung nicht beeinflusst. Je nachdem, ob er noch bei seinen Eltern wohnt oder nicht, erhält er eine Mietpauschale. Der BAföG-Höchstsatz beträgt derzeit 670 Euro. Erhält der Studierende die Förderung, muss er darauf achten, dass diese nur für die Regelstudienzeit gilt. Eine längere Förderung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Das BAföG ist zur Hälfte ein Zuschuss und zur Hälfte ein zinsloses Darlehen. Nach dem Studium muss also, sobald ein ausreichendes Einkommen vorhanden ist, die Hälfte der Förderung zurückgezahlt werden. Die maximale Summe der Schulden wird jedoch auf 10.000 Euro begrenzt. Das BAföG ist somit eine sehr viel preiswertere Variante, sein Studium zu finanzieren, als z. B. ein Studentenkredit. Das einzige, was man dafür tun muss, ist einen Antrag mit Form- und Zusatzblättern und mit sämtlichen Belegen und Nachweisen beim zuständigen Studentenwerk einzureichen. Um rechtzeitig zu Studienbeginn die Förderung zu erhalten, empfiehlt sich, den Antrag so früh wie möglich abzugeben, da BAföG nicht rückwirkend gezahlt wird.

Für das kommende Wintersemester 2011/12 kann die Antragstellung also beginnen!

(ES)

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