Viele Bachelorstudenten wollen gerne den Master machenNach dem Bachelorabschluss wollen viele Studenten auch einen Master machen. Foto: Thomas Kölsch / PIXELIO
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Montag, 29. August 2011

Zu wenig Masterplätze: Für jeden Dritten endet das Studium unfreiwillig nach dem Bachelor

In knapp einem Monat startet das neue Wintersemester. Viele Bachelorabsolventen werden jedoch jetzt schon enttäuscht feststellen müssen, dass sie dann nicht wie geplant das von ihnen gewünschte Masterstudium beginnen können. Denn obwohl über die Hälfte der Bachelorstudierenden sich sicher ist, einen Master machen zu wollen, gibt es doch nur für etwa jeden Dritten auch einen Masterstudienplatz.

Über die Hälfte aller Bachelorstudenten, genauer gesagt 55 Prozent, sind dazu entschlossen, nach dem Bachelorabschluss auch einen Master zu machen. Das fand eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) heraus. Die Studenten versprechen sich davon bessere Berufschancen und wollen auf diese Weise die Grundkenntnisse, die sie im Bachelorstudium vermittelt bekommen haben, noch vertiefen. Weil es aber zu wenige Masterstudienplätze gibt, bekommen viele Studenten diese Möglichkeit nicht und müssen sich gezwungenermaßen mit dem Bachelorabschluss zufriedengeben.

Die Ursache für den Studienplatzmangel liegt wie so oft in der Finanzierung. Das neue Hochschulsystem mit dem Bachelor und dem Master ist erheblich teuerer als das alte System, gleichzeitig ist nicht ausreichend Platz für alle Studenten an den Universitäten vorhanden. So müsste beispielsweise für mehr Masterstudiengänge auch mehr Personal eingestellt werden, was nicht möglich ist, solange der Staat nicht auch genügend Mittel dafür zur Verfügung stellt.

Aufwendige Bürokratie

Zusätzlich zum finanziellen Aspekt ist auch der bürokratische Aufwand, mit dem die Universitäten seit der Umstellung des Hochschulsystems zu kämpfen haben, ein Problem. Weil umfangreiche Bachelorzeugnisse geschrieben werden müssen und jetzt alle im Studium erbrachten Leistungen in die Endnote einfließen, müssen unzählige Scheine, Hausarbeiten und Klausuren archiviert werden, was zu einem kaum zu bewältigenden Aufwand an den Unis führt. So kann es oftmals bis zu einem halben Jahr dauern, bis der Studienabsolvent sein Bachelorzeugnis erhält.

Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft jeder Bachelorabsolvent das Recht auf einen freien Masterplatz erhält. Dazu ist ein neues Bundeshochschulzulassungsgesetz von Nöten. Denn von den wenigen Masterstudienplätzen, die es heute gibt, sind mindestens ein Viertel zulassungsbeschränkt, so dass man schon eine sehr gute Bachelornote mitbringen muss, um einen Masterplatz zu bekommen. So benötigen z. B. Betriebswissenschaftler in Köln eine 2,0 um einen Masterplatz zu erhalten und Kulturwissenschaftler an der Humboldt-Universität in Berlin sogar eine 1,5, um den gewünschten Master machen zu können.

(ES)

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