Schüler auf dem Weg zur SchuleMehr Migranten sollen Lehrer werden. Foto: Günter Havlena / PIXELIO
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Montag, 31. Oktober 2011

Mehr Migranten sollen Lehrer werden

Schon länger herrscht in Deutschland eine Diskussion über fehlende Integration von ausländischen Mitbürgern – nun will die Bundesregierung mit Hilfe einer Bildungsoffensive die Integration von Ausländern verbessern, indem vermehrt Bürger mit Migrationshintergrund den Lehrerberuf ergreifen sollen.

Die Bildungsoffensive der Bundesregierung für die Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund läuft bereits seit dem vergangenen Jahr und sollte anfänglich durch das vermehrte Anbieten von Sprachkursen die Sprachkenntnisse ausländischer Mitbürger verbessern. Nun sollen verstärkt Lehrer aus Zuwandererfamilien an die Schulen, da das Verhältnis von Schülern und Lehrern mit ethnischem Hintergrund nicht übereinstimmt. Besonders in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist die Lage kritisch. Während sich in deutschen Schulklassen immer mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln finden, hat unter den Lehrern, die sie unterrichten, noch nicht einmal jeder Hundertste einen Migrationshintergrund.

Jugendliche für Lehrerberuf gewinnen

Dem soll nun effektiv entgegen gewirkt werden. An der Uni Hildesheim wird im November in einem mehrtägigen Seminar auf den Beruf des Lehrers aufmerksam gemacht. Denn um junge Immigranten an die Schulen zu holen, muss Überzeugungsarbeit geleistet werden. In vielen Migrantenfamilien ist der Lehrerberuf nicht außerordentlich angesehen. Bevorzugt werden die Studienfächer Betriebswirtschaftslehre, Medizin oder Jura. Dies zeigt sich dann sowohl in den Zahlen: Von 70.000 Lehrern in Niedersachsen haben nur etwa 500 einen Migrationshintergrund. In Hamburg zeigt sich der Mangel jedoch nicht so drastisch, hier stammen immerhin ein Fünftel der im Mai eingestellten Referendaren aus Migrantenfamilien, wie ein Pressesprecher von der Behörde für Schule und Berufsbildung gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärte.

Ausländische Studenten für den Lehrerberuf zu begeistern, soll den ausländischen Schülern viele Vorteile verschaffen. Einer Studie der Freien Universität Berlin zufolge fällt es Lehren aus Einwandererfamilien leichter, mit ausländischen Schülern zu arbeiten, da sie sich auch besser in die Situation und Probleme der Schüler hineinversetzen können.

(JS)

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