KinderzimmerUngenutzte Kinderzimmer: Unterkunft für Münsters Studenten? Foto: jingdianjiaju / flickr
News | Wohnen
Montag, 7. November 2011

Wohnungssuche in Münster: Unbewohnte Kinderzimmer als Alternative

Deutschlands Universitäten sind auf den derzeitigen Studentenstrom nur unzureichend vorbereitet, es fehlt an Kapazitäten in Hörsälen und Wohnheimen. Der Asta der Universität Münster geht nun in die Offensive: Die Bürger der Stadt sollen wohnungssuchenden Studenten Unterschlupf gewähren.

Für Neustudenten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist es auch einige Wochen nach Beginn der Vorlesungszeit quasi ein Ding der Unmöglichkeit, noch eine ansprechende Bleibe für das aktuelle Wintersemester zu finden. Günstige, dem Budget von Studenten entsprechenden Wohnungen zur Miete in Münster sind bereits seit längerer Zeit Mangelware, in diesem Semester kommt erschwerend hinzu, dass doppelte Abiturjahrgänge sowie die Aussetzung der Wehrpflicht zu einer sprichwörtlichen Studentenschwemme geführt haben.

Asta hat Offensive gestartet

Beim Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und dem Rektorat der Westfälischen Wilhelms-Universität hat die dramatische Situation auf dem Wohnungsmarkt zu einem ungewöhnlichen Schritt geführt: Weil keine freien Wohnungskapazitäten zur Verfügung stehen, wurden die Bürger Münsters gebeten, „obdachlosen“ Studienanfängern Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Jeder Quadratmeter hilft“ fasste die Prorektorin für Lehre und studentische Angelegenheiten, Dr. Marianne Ravenstein, das Ansinnen zusammen. Sie sei sich sicher, „dass es noch einige ungenutzte Zimmer oder sogar Wohnungen gibt.“

Dass diese Offensive nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt, darüber ist sich auch der Asta bewusst. „Am wichtigsten ist es, den Studierenden zumindest vorübergehend eine Bleibe zu bieten“, ergänzte AStA-Öffentlichkeitsreferent Steffen Baranski. Gästezimmer beispielsweise oder nicht mehr benötigte Kinderzimmer könnten Erstsemestern zumindest solange eine Unterkunft bieten, bis sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt wieder entspannt habe. Dies könnte in naher Zukunft geschehen, wenn die derzeit durch Sanierungsarbeiten an Studentenwohnheimen reduzierte Zahl von 4.800 Wohnheimplätzen wieder auf die vollen 6.000 steigt.

WG-Castings im Minutentakt

Bei Wohngemeinschaften, die ein Zimmer zu vergeben hatten, sorgte der Ansturm für skurrile Szenen. Interessenten stellten sich im Minutentakt vor, für persönliche Gespräche blieb nur wenig Zeit. Leer ausgegangen Studenten bleibt daher letztlich nur die Option, ins nähere Umland zu ziehen.

(wg_admin)


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