Konstanz aus der LuftKonstanz: möglicher Studentenwohnheim-Neubau sorgt für Ärger. Foto: Matthias Lohse / PIXELIO
News | Wohnen
Donnerstag, 8. Dezember 2011

Protest gegen neues Studentenwohnheim in Konstanz

In letzter Zeit hört man ständig davon, dass der Wohnraum für Studenten äußerst knapp ist und nun das: In Konstanz regt sich Protest gegen die geplante Schaffung von Studentenwohnungen. Selbstverständlich baut sich dieser Protest auf guten Argumenten auf. Laut der Studierendenvertretung AsTA der Universität Konstanz ist ein geplantes Wohnheim im Chérisy-Areal unverträglich und teuer.

In Konstanz mangelt es an Wohnraum für Studenten – einer großen Nachfrage steht ein knappes Angebot gegenüber. Schon seit längerer Zeit sind die Mieten für ein durchschnittliches Studentenbudget astronomisch, die Suche nach einem Zimmer langwierig. Wohnraum um jeden Preis wollen die Konstanzer Studenten allerdings auch nicht. Die Ankündigung zur Schaffung neuen Wohnraums wurde von den Studenten daher mit Freude aufgenommen, jedoch ist der Ort – das Chérisy-Areal – aus Sicht der AsTA schlecht gewählt. Wohngelegenheiten um jeden Preis soll es nicht geben. Die Studenten fürchten eine Beeinträchtigung der Lebensqualität und auch die Mietpreise werden als zu hoch betrachtet.

Das Chérisy-Areal besitzt einen eigenen Charakter, welcher nach Meinung der AsTA durch die Schaffung von weiterem Wohnraum deutlich gestört werden könnte. Mehr als 1.200 Menschen sind inzwischen in dem Gebiet wohnhaft. Viel Grün und ein Durchfahrtsverbot machen das Chérisy-Areal zu einem gemütlichen Fleckchen Erde. Alle Altersgruppen und Kulturen haben hier ihren Platz gefunden. Selbst Bewohner der ersten Stunde sind heute noch anzutreffen. Sie besitzen inzwischen Eigentumswohnungen und bezeichnen das Chérisy-Areal zurecht als ihre Heimat.

Zwei Baugrundstücke stehen momentan zur Verfügung, für die sich ein privater Investor interessiert. Es könnten insgesamt rund 200 Bettplätze entstehen. Die AsTA sieht das Engagement eines Privatmannes kritisch. Werden die Mietpreise an den Markt angepasst, sind die Plätze für Studenten nahezu unbezahlbar. Finanziell Schwächere hätten dann kaum eine Chance. Außerdem handelt es sich bei Chérisy um ein einzigartiges Projekt. In der Pressemitteilung der AsTA ist von einer „schwerwiegenden Beschädigung der ganzen Stadt Konstanz“ die Rede, sollte das Wohnheim wie geplant gebaut werden.

Das Chérisy-Areal blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich ist es ein Projekt der evangelischen Studentengemeinde e. V. In den 1980er Jahren wurden viele Studenten-WG´s geschaffen. Dahinter steht die Bewegung „Neue Arbeit“, dessen Vater Dieter Bellmann ist. Vor mehr als 30 Jahren begannen Studenten und Arbeitslose in den Altbauten neue Wohnungen zu schaffen. Das Vorhaben wurde subventioniert und durch die Eigenleistung beliefen sich die üblichen Kosten gerade einmal auf 20 Prozent. 50 Wohnungen entstanden damals. Dieter Bellmann ist einem weiteren Ausbau nicht abgeneigt. Finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es aber nicht mehr.

(wg_admin)

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