Fliehkraft-Formel an Tafel"Mint-Fächer": Beliebt bei Studienanfängern. Foto: Karl-Heinz Laube / PIXELIO
News | Studium
Donnerstag, 15. Dezember 2011

Informatik und Co: Mint-Fächer bleiben beliebt

Fachkräftemangel – dieses Wort geistert seit einiger Zeit durch die Öffentlichkeit und verbreitet Sorge um den Wirtschaftsstandort Deutschland. Doch laut einer Studie der Bundesagentur für Arbeit kann von einem generellen Mangel an Fachkräften nicht die Rede sein. Der Mangel bezieht sich lediglich auf einige Bereiche wie Elektroingenieure, Fahrzeug- und Maschinenbauingenieuren sowie IT-Fachkräfte, die auf eine hohe akademische Qualifikation verweisen können. In den so genannten Mint-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – dagegen wird es auch in der Zukunft nicht an entsprechenden Fachkräften fehlen.

Richtig ist, dass die Nachfrage nach Fachkräften im Mint-Bereich steigen wird. Anhand der Anzahl der Stellenangebote in der Informatik beispielsweise zeigt sich dieser Trend bereits jetzt sehr deutlich. Dies resultiert aus dem Umstand, dass in den nächsten Jahren viele Beschäftigte aus dem vorgenannten Gebieten in den Ruhestand gehen und so viele Stellen freiwerden. Gleichzeitig aber werden die Mint-Fächer bei den Studienanfängern stärker nachgefragt. Hier wird sogar von einer weitaus größeren Nachfrage als in anderen Studiengängen gesprochen.

Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr ist die Nachfrage nach Fachkräften im Mint-Bereich fast um die Hälfte gestiegen. Nach der Wirtschaftskrise im Jahre 2008 ging 2009 der Bedarf an Fachkräften um ein Drittel zurück. Im aktuellen Jahr wurden der Bundesagentur für Arbeit im Durchschnitt 35.100 freie Stellen für Mint-Fachkräfte gemeldet. Da man davon ausgeht, dass nur jede vierte Stelle der Bundesagentur für Arbeit bekannt wird, waren nach Schätzungen deutschlandweit rund 140.000 Arbeitsstellen im Mint-Bereich zu vergeben. 91.600 Arbeitsuchende dieses Gebietes waren gemeldet. Dazu kamen aus dem Jahr 2010 etwa 114.000 Absolventen eines Mint-Studiums. Die Betrachtung der Zahlen zeigt, dass deutlich mehr Fachkräfte vorhanden waren als freie Stellen. Von einem Fachkräftemangel im Mint-Bereich dementsprechend keine Spur.

Betrachtet man zudem die Entwicklungen an den Hochschulen, ist in der Zukunft von einem großen Angebot an jungen Fachkräften auszugehen. Elf Prozent mehr Studenten als im Vorjahr haben sich im Studienjahr 2010/11 für ein Studium der Natur- beziehungsweise Ingenieurwissenschaften und der Informatik entschieden. Das sind 760.000 Studenten, die einen Mint-Studiengang belegten. Gegenüber dem Jahr 2005 waren es sogar 41 Prozent mehr. Insgesamt beträgt der Anteil der Mint-Studenten an der Gesamtstudentenzahl 38 Prozent. Einen Wermutstropfen bei diesen Zahlen gibt es allerdings: Gerade im Mint-Bereich sind die Studienabbrecher sehr häufig anzutreffen.

Auch für Frauen bietet der Mint-Bereich gute Chancen. Deren Quote steigt an den Hochschulen beständig an, bleibt jedoch trotzdem noch gering. Dabei sollte man sich durchaus mit diesem Gebiet auseinandersetzen. Die Perspektiven für die Zukunft sehen in einem Beruf aus der Mint-Branche sozusagen rosig aus.

(wg_admin)

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