Universität BibliothekAusländische Studenten brechen Studium an deutschen Unis häufiger ab als Deutsche StudentenFoto: olga meier-sander / PIXELIO
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Dienstag, 20. Dezember 2011

Studienabbruch: Ausländer scheitern an Sprachbarriere und Geldmangel

Sprachbarrieren und finanzielle Nöte: An Deutschlands Unis geben Ausländer deutlich häufiger auf ihre Deutschen Kommilitonen. Das brachte nunmehr eine Studie des Hochschulinformationssystems im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ans Licht. Insgesamt sinkt die Quote der Abbrecher dennoch.

Obwohl ausländische Abiturienten, welche in Deutschland ihr Abitur erlangen, öfter als Deutsche die Entscheidung für ein Studium treffen, stehen am Ende doch wesentlich mehr deutsche Hochschulabsolventen mit einem entsprechenden Abschluss da als Ausländer. Letztere haben an den Hochschulen mit enormen Differenzen zu kämpfen.

Während der Anteil der ausländischen Abiturienten gegenüber den deutschen mit 13 Prozent eher gering ausfällt – bei den deutschen Jugendlichen sind es 34 Prozent -, kehrt sich das Verhältnis an den Hochschulen schnell um. Von den ausländischen Abiturienten schreiben sich 84 Prozent für ein Studium ein. Im Vergleich dazu sind es bei den deutschen Abiturienten nur 72 Prozent. Bei den Ausländern sind die Fachhochschulen mit einem bundesweiten Durchschnitt von 32 Prozent besonders beliebt. Die Mehrheit belegt ein Informatik- oder Ingenieurwissenschaftsstudium. Weiterhin erfreuen sich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einiger Aufmerksamkeit. Recht selten trifft man dagegen auf ausländische Studenten in den Lehramtsfächern. Den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums feiern unter den Ausländern 59 Prozent. Bei den Deutschen sind es rund drei Viertel der Hochschulabsolventen.

Die Gründe für die hohen Zahlen des Studienabbruchs bei den ausländischen Studenten sind vor allem Probleme bei der Finanzierung des Studiums und sprachliche Defizite, auch Integrationsprobleme wird genannt. Viele Ausländer müssen während der gesamten Studienzeit nebenher arbeiten, um genügend Liquidität für ein Studium aufzubauen. In keiner anderen Studentengruppe ist der Anteil derart hoch. Nicht zu unterschätzen sind ebenfalls die Sprachbarrieren, die durch die die Integrationsprobleme oftmals noch verstärkt werden. Mit diesem Problem dürften vordergründig Studierende mit einem im Ausland erworbenen Abitur konfrontiert werden. Trotz eventuellen Deutschunterrichts an ihren Schulen sind sie meist nur unzureichend auf die Anforderungen an deutschen Hochschulen vorbereitet.

Dennoch ist die Abbrecherquote in den letzten Jahren gesunken. Nicht ausschlaggebend dafür ist die Tatsache, ob man ein deutsches oder ein im Ausland erworbenes Abitur besitzt. Im Jahre 2010 begannen 63.500 ausländische Abiturienten ein Studium in Deutschland. Davon ist ein Viertel türkischstämmig. Zahlreiche Studenten kommen zudem aus Vietnam, Italien, Kroatien, Österreich, China, Russland, Polen und Griechenland.

(wg_admin)

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