Studentin auf dem CampusSchlechte Studienbedingungen sind für viele Studenten der Alltag. Foto: www.JenaFoto24.de
News | Studium
Donnerstag, 22. Dezember 2011

Erfolgsrezepte für das Studium

Der Andrang auf die Hochschulen ist groß wie nie. Schuld daran sind die doppelten Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern und die Abschaffung der Wehrpflicht. Die Folge sind überfüllte Hörsäle, kaum erreichbare Professoren und inkompetente Verwaltungen. Studentenvertreter empfehlen zum Überleben im alltäglichen Studienwahnsinn eine gute Vernetzung und Hartnäckigkeit. Auf den Einsatz seiner Ellenbogen sollte man aber verzichten.

Viele Universitäten in Deutschland sind hoffnungslos überfüllt: Die Studenten drängen sich in den Hörsälen an jeder freien Stelle. Wer einmal einen Platz ergattert hat, sollte diesen bis zum Ende seines Studientages möglichst nicht mehr verlassen, empfiehlt eine junge Studentin. Toilettengänge, schnell mal in der Mensa was essen und einen Kaffee trinken? Fehlanzeige! Verlässt man den Raum, ist die Gefahr groß, dass man bei seiner Rückkehr vielleicht nicht mal mehr hineinkommt.

Zuerst einmal muss man sich überhaupt freuen, dass man ein Seminar besuchen darf. Nicht bei jeder Vorlesung, die man belegen möchte, ist das möglich. Hat man Glück, kann es aber gut sein, dass der Geräuschpegel so hoch ist, dass man von den Ausführungen des Dozenten nichts mitbekommt. Natürlich sind diese Zustände nicht in allen Studiengängen die Regel, aber in den Massenfächern wie etwa BWL fast in jeder Hochschule zu beobachten.

Trifft man auf solch widrige Voraussetzungen, stehen die Chancen trotzdem gut, sein Studium erfolgreich zu absolvieren. Eine gute Organisation ist dafür Grundvoraussetzung. Zwei Wege sind bekannt, um erfolgreich zu sein. Es sind die Ego-Methode und die Kooperation. Möchte man sich allein durch das Chaos kämpfen, hilft nur frühes Aufstehen und vor allen anderen im Hörsaal eintreffen. Auch beim Raumwechsel muss man der Schnellste sein, die seine Mitschriften darf man nicht weitergeben. Sicher eine Methode, die einem nicht unbedingt Freunde schafft, daher ist die Kooperation eher geeignet, um sein Studium mit Freude und in Geselligkeit hinter sich zu bringen.

Max Rudel vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der Universität in Frankfurt spricht sich für Gemeinsamkeit aus. Er rät etwa zum Umstellen der Tische, falls nicht alle Studenten im Hörsaal Platz finden, oder auch das Sitzen auf dem Boden. Franziska Prechtl, BWL-Studentin im zweiten Semester an der Universität Erlangen, gibt gegenüber Spiegel online den Tipp, sich über das soziale Netzwerk Facebook zu organisieren. Hier werden in Gruppen beispielsweise Plätze in den Seminaren getauscht. Außerdem besucht lediglich ein Student die jeweilige Vorlesung und gibt dann seine Mitschriften an die Anderen weiter.

Ferner hat Timotheus Kartmann, Referent für Hochschulpolitik des Asta Frankfurt, einige Hinweise. Er empfiehlt die Zusammenarbeit mit den Studentenvertretern. Sie helfen bei den Stundenplänen und beraten bei Schwierigkeiten mit der Seminarbelegung. Zum Umgang mit Verwaltungsmitarbeitern kann er nur zum Dranbleiben raten. Immer wieder anrufen, nachfragen und belästigen, das führt doch noch oft zu einem Platz in einem überbuchten Kurs.

In diesem Zusammenhang wissen viele Studenten zudem nicht, dass sie das Recht haben, innerhalb der Regelstudienzeit ihr Studium zu beenden. Ist das durch die Bedingungen an der Hochschule nicht gegeben, sollte man sich für bessere Voraussetzungen stark machen und hartnäckig bleiben.

(wg_admin)

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