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Mittwoch, 11. Januar 2012

Bessere Lehre dank neuer Fördermittel

Nicht nur die Forschung ist für die Qualität einer Hochschule ausschlaggebend, sondern ebenfalls die Lehre, so die Meinung der Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP anlässlich der Vorstellung des Qualitätspaketes Lehre. So sollten die deutschen Hochschulen ihren Fokus eher auf die Lehre legen, um junge Menschen zu einem Studium zu motivieren und die Zahl der Abbrecher zu reduzieren.

Forschung allein macht die Qualität einer Universität nicht aus, auch die Lehre sollte exzellent sein. So äußerte sich Annette Schavan (CDU) in ihrer Funktion als Forschungsministerin. Insgesamt 102 Universitäten, Fachhochschulen sowie Musik- und Kunsthochschulen erhalten im Zuge der zweiten Runde des Bund-Länder-Programms „Qualitätspakt Lehre“ eine Förderung wie das Bundesbildungsministerium bekannt gab. Bis zum Jahre 2016 werden rund 400 Millionen Euro als Fördermittel des Bundes bereitgestellt, vorgesehen sind sie für die Verbesserung der Lehrqualität und der Studienbedingungen. Die Hochschulen verteilen sich auf das gesamte Bundesgebiet, neben 40 Universitäten gehören 43 Fachhochschulen und 19 Kunst- und Musikhochschulen zum Kreis der Geförderten.

Nach Ansicht von Schavan sind gute Konzepte für die Hochschulen unverzichtbar. Die heutigen Studienanfänger entstammen aus verschiedenen Schulformen, manchmal wurde bereits sogar vor dem Studium eine Berufsausbildung absolviert. Engagierte Dozenten, die mit großer Begeisterung lehren, können einen großen Einfluss auf den Erfolg eines Studiums nehmen. Ebenfalls ließe sich dadurch die Abbrecherquote senken. Schon zu Beginn des Hochschulbesuchs sollte es Angebote geben, wie gute Bedingungen für ein bestimmtes Studium geschaffen werden können. Besonders in den Bachelor-Studiengängen, die zudem kürzer sind, darf nicht nur reines Fachwissen vermittelt werden. Die Finanzkrise ist ein gutes Beispiel: Sie zeigt die Notwendigkeit auf, dass sich Wirtschaftswissenschaftsstudenten nicht nur mit wissenschaftlichen, sondern ebenfalls mit ethischen Fragen auseinandersetzen müssen.

Das „Qualitätspaket Lehre“ ist als Anreiz für die Weiterentwicklung der Hochschullehre gedacht. Laut Aussage der Ministerin ist das Interesse an dieser Initiative groß: Über 90 Prozent der Hochschulen hätten Konzepte zur Schaffung einer höheren Attraktivität ihrer Lehre eingereicht. 135 Bewerbungen gingen allein für die zweite Runde ein, die Sieger wurden am 13. Dezember verkündet.

Die Förderung einzelner Schulen ruft auch Kritiker auf den Plan: Ständig müssten sich Hochschulen zum Erhalten ausreichender Gelder an irgendwelchen Wettbewerben beteiligen, ließ die Bundestagsfraktion Die Linke sinngemäß in einer Pressemitteilung verlauten. Dabei sollten alle Hochschulen mehr Geld bekommen. Allein die Grundfinanzierung reicht bei weitem nicht aus, um für eine ansprechende Lehrqualität und gute Studienbedingungen zu garantieren.

(SW)

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