Sozialversicherungspflicht im dualen StudiumDuales Studium: Sozialversicherungspflicht beachten. Foto: Gerd Altmann / PIXELIO
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Montag, 16. Januar 2012

Sozialversicherungspflicht bei dualen Studiengängen beachten

Studenten dualer Studiengänge müssen für 2012 mit einigen Neuerungen rechnen. Sie werden Azubis gleichgestellt und sind damit ab einem bestimmten Verdienst sozialversicherungspflichtig.

Die Studiengänge im dualen System wie Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften und Informatik werden bei den Studenten immer beliebter. In einem dualen Studium finden Studium und Berufsausbildung quasi gleichzeitig statt. Der Student erhält eine Vergütung, die ab 2012 einer Ausbildungsvergütung gleichgestellt wird und dementsprechend der Sozialversicherungspflicht unterliegt. Bekommt ein Azubi beispielsweise 1.000 Euro brutto im Monat, muss er davon 200 Euro an die Sozialversicherung abführen. Würde die Vergütung höchstens 325 Euro betragen, müsste der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge alleine tragen. Allerdings trifft das bei dualen Studenten selten zu. Die so genannte Gleitzone und die Regelungen für 400-Euro-Jobs kommen bei Ausbildungsverhältnissen nicht zur Anwendung.

Mit den für das Studentenbudget im ersten Moment hoch anmutenden Abgaben werden jedoch eine
Reihe von Ansprüchen für die Zukunft erworben, beispielsweise Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Wer nach seiner Ausbildung keinen Arbeitsplatz findet, bekommt Arbeitslosengeld I in Höhe von 460,80 Euro, bei vorhandenen Kindern erhöht sich der Betrag.

Krankversicherung und private Altersvorsorge

Enorm wichtig ist bei Eintritt der Sozialversicherungspflicht die Krankenversicherung. Wer bislang bei den Eltern familienversichert war, sollte dann nach einer eigenen gesetzlichen Krankenversicherung Ausschau zu halten. Auch privat versicherte Studenten müssen sich nun gesetzlich krankenversichern. Mit dem Beginn der gesetzlichen Krankenversicherung erwirbt man den Anspruch auf Krankengeld, welches nach sechs Wochen Krankheit ausgezahlt wird. Für das oben erwähnte Beispiel würde man Krankengeld in Höhe von 604,50 Euro monatlich bekommen.

Mit der Sozialversicherungspflicht zählt die Zeit des Studiums als ganz normale Versicherungszeit in der Rentenversicherung. Der Vorteil dabei: Berufliche Ausbildungszeiten werden oft höher bewertet. Am Ende hat man also höhere Rentenansprüche erworben. Zusätzlich ist eine Aufstockung der gesetzlichen Rente durch den Abschluss einer Riester-Rente möglich, die nur sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern zur Verfügung steht. Für einen solchen Vertrag sieht der Staat eine Reihe von attraktiven Förderungen vor. Die jährliche Grundzulage beläuft sich auf 154 Euro. Unter 25-Jährige bekommen im ersten Jahr zusätzlich 200 Euro. Eltern erhalten für jedes Kind noch einmal einen Kinderzuschlag, der unterschiedlich hoch ausfällt.

(MR)

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