Bundesbildungsminsterin Schavan (CDU) mit den ersten geförderten StudentenDa war die Welt noch in Ordnung: Bundesbildungsminsterin Schavan (CDU) mit den ersten Stipendiaten. Foto: BMFB
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Montag, 23. Januar 2012

Deutschland-Stipendium: Förderung wird nicht voll ausgeschöpft

Mit dem „Deutschlandstipendium“ sollen besonders begabte Studenten gefördert werden. Finanziert werden die Stipendien durch die öffentliche Hand und private Sponsoren. Weil sich jedoch nicht genug Mitfinanzierer fanden, verfiel im vergangenen Jahr knapp die Hälfte der möglichen Förderung.

Im letzten Jahr ging das sogenannte „Deutschlandstipendium“ an den Start. Die Bundesregierung will mit dieser Förderung besonders begabten Studenten mit monatlich 300 Euro unter die Arme greifen. Doch die Inanspruchnahme des Stipendiums hält sich derzeit noch sehr in Grenzen: Nur 5.200 Stipendien wurden bis zum November 2011 vergeben. Das ist etwa die Hälfte von dem, was das Bundesbildungsministerium hätte finanzieren können, wie das Ministerium auf eine parlamentarische Anfrage von Klaus Hagemann (SPD) mitteilte.

Mittel nur zur Hälfte ausgeschöpft

Der Etat für das Deutschlandstipendium betrug 2011 eigentlich 14 Millionen Euro, womit die Vergabe von rund 9.500 Stipendien möglich gewesen wäre. Sieben Millionen Euro sind allerdings zum Jahreswechsel verfallen, weil sich keine privaten Geldgeber als Mitfinanzierer des Programms finden ließen.

Die Probleme des Stipendiums sind hausgemacht: Die Hälfte des Förderbetrags (150 Euro pro Monat) muss von einem privaten Geldgeber übernommen werden. Die Überzeugungsarbeit wird von den Hochschulen selbst geleistet. Fehlen gute Kontakte zu Unternehmen und Gönnern, gestaltet sich dieses Vorhaben jedoch sehr schwierig. Hagemann sprach von einem „glatten Fehlstart“ für das „Deutschlandstipendium“. Gewinner gibt es aber trotzdem. Bundeskasse und Bundesfinanzminister haben nun immerhin knapp sieben Millionen Euro eingespart.

Die Idee zum „Deutschlandstipendium“ stammt aus dem Jahre 2010. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) nahm sich dem Programm an und brachte es im Februar 2011 auf den Weg. Anfangs sollten 200.000 Studenten davon profitieren, später war noch von 160.000 Studenten bis 2013 die Rede. Die Hochschulen allerdings beklagten sich über den enormen bürokratischen Aufwand bei der Suche nach Geldgebern. Schon im September wurde von Hagemann Kritik geübt, dass mehr als ein Drittel der zur Verfügung gestellten Mittel nicht den Stipendiaten zugutekommt, sondern in Schulungen und Werbung gesteckt wird. Das Bildungsministerium will in Zukunft weiterhin am Konzept festhalten. Ein höheres Interesse an dem Programm sei zu erwarten, ließ man durch eine Sprecherin ausrichten.

In 2011 stieß das „Deutschlandstipendium“ im Süden auf weitaus mehr Beachtung als in der Mitte und im Norden des Landes. Einzig das Saarland schöpfte das Kontingent von 100 möglichen Stipendien voll aus. Im aktuellen Jahr werden die Fördermittel auf 36 Millionen Euro erhöht. Damit könnten 20.000 Studenten ein Stipendium erhalten.

(MR)

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