Studenten aus akademischem Elternhaus haben es bei der Karriere leichterEs gibt nur wenige Studenten aus bildungsfernem Elternhaus. Sebastian Bernhard / PIXELIO
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Montag, 6. Februar 2012

Aufstieg durch Bildung ist schwierig

Der aktuelle Eurostudent-Report brachte es ans Tageslicht: Jugendliche, die aus einem Elternhaus mit geringen Bildungsabschlüssen stammen, studieren sehr viel seltener, als ihre Kommilitonen mit Eltern, die eine akademische Ausbildung absolviert haben. Gerade einmal zwei Prozent der Studenten in Deutschland stammen aus Elternhäusern mit geringem Bildungshintergrund.

Wer aus einem Elternhaus mit geringem Bildungshintergrund stammt, der hat es auf der Karriereleiter nicht gerade einfach. Dies belegte jetzt der aktuelle Eurostudent-Report. Es gibt weit mehr Studenten aus Akademiker haushalten als solche aus den sogenannten „bildungsfernen Schichten“. Wenn eines oder beide Elternteile mit einem Studienabschluss aufwarten, schaffen es auch überdurchschnittlich viele Sprösslinge an die Uni. Wenn die Eltern aber lediglich einen Haupt- oder Realschulabschluss absolviert haben, dann starten nur die wenigsten Kinder dieser Eltern eine akademische Laufbahn. Den Eintritt ins Studium schafften dabei in Deutschland lediglich zwei Prozent der Kinder mit bildungsfernem Hintergrund.

Die Studie wurde vom Hochschulinformationssystem, kurz HIS, veröffentlicht. Sie zeigt auf, was viele bereits seit langem wissen: An deutschen Unis herrscht nach wie vor ein elitärer Zirkel aus Studenten, in den es für viele Gleichaltrige kein Hineingelangen gibt.

Deutschland und andere Länder im Vergleich

Erschreckend sind die Ergebnisse der Studie vor allem im direkten Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Insgesamt wurde die Situation in 25 Staaten untersucht, dabei bilden Deutschland, die Slowakei, Polen, Kroatien und Lettland die Schlusslichter.

In Portugal und der Türkei schafften es die meisten Schulabgänger mit bildungsfernem Hintergrund, ein Studium aufzunehmen. Ihr Anteil an der Gesamtstudentenschaft beträgt in beiden Ländern stolze 45 Prozent. Aber auch in Spanien, Finnland und der Tschechischen Republik stammen immerhin noch zehn bis 25 Prozent der Studenten aus bildungsfernen Kreisen.

Auslandsaufenthalte zeigen ein ähnliches Bild

Geht es um den Auslandsaufenthalt während des Studiums, zeigt sich in der Regel ein ähnliches Bild: Allgemein werden Auslandsaufenthalte besonders häufig von Studenten wahrgenommen, deren Eltern ebenfalls einen universitären Abschluss haben. Der Grund dafür könnte das höhere Einkommen der Eltern sein, die ihren Kindern somit einen Auslandsaufenthalt ermöglich können. In Deutschland allerdings nutzen den Auslandsaufenthalt alle Studenten gleichermaßen, was sich auf das BaföG zurückführen lässt, welches vom ersten Studiensemester auch mit ins Ausland genommen werden kann.

(SW)

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