Die Hamburger Hafencity-Uni muss wohl Studienplätze streichenDie Hafencity-Uni in Hamburg hat finanzielle Probleme. Foto: CFalk / PIXELIO
News | Hochschulen, Wohnen
Dienstag, 14. Februar 2012

Wohnen in Hamburg: bald Studienplatzstreichungen an der Hafencity-Uni?

Die Hafencity-Universität in Hamburg ist eine noch recht junge staatliche Hochschule, die ihren Namen von der größten innerstädtischen Baustelle Europas, der Hafencity, erhielt. Die Hochschule hat sich auf Studiengänge im Bereich der Baukunst und Metropolenentwicklung spezialisiert. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat die Hafencity-Uni mit Geldproblemen zu kämpfen und dieser Kampf wird jetzt verstärkt.

Die Hafencity-Universität hat mit finanziellen Sorgen zu kämpfen. Die Wissenschaftsbehörde, die seit einigen Monaten Verhandlungen mit verschiedenen Hochschulen in Hamburg führt, ist derzeit stark in der Kritik. Auf der einen Seite sollen die Studiengebühren abgeschafft werden – das ist auch, so sind sich alle Beteiligten einig, eine gute Idee. Auf der anderen Seite stellt die Wissenschaftsbehörde den Unis einen immer weiter absinkenden Etat zur Verfügung, mit dem aber ganz bestimmte Leistungen finanziert werden müssen.

Diese Leistungen werden dabei nicht an die gesunkenen Budgets angepasst, so die Verantwortlichen der Hamburger Hochschulen. Dies gilt besonders für die Hafencity-Universität. Der dortige Präsident, Walter Pelka, ist sicher, dass die Hafencity-Uni mit immer weniger Geld nicht weiterhin hohe Leistungen garantieren kann. Ins gleiche Horn bläst auch Dieter Lenzen, Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Unter den aktuellen Voraussetzungen müsse man Studienplätze streichen, um mit den zur Verfügung stehenden Mitteln die benötigten Leistungen erbringen zu können.

Das sehen die Hochschulpräsidenten einheitlich als absurd an: Man wolle mit dem Streichen der Studiengebühren auch Kindern aus einkommensschwächeren Familien eine Hochschulbildung ermöglichen und mehr von ihnen an die Hochschulen locken, doch aufgrund der nicht mehr vorhandenen Studiengebühren stünden für eben diese Kinder keine Studienplätze mehr zur Verfügung. Bald ist Studieren an der Hafencity-Uni nur noch für solche Studenten möglich, die sich auch ein schickes Zimmer im Hamburger Stadtzentrum leisten können, die Kinder nicht so wohlhabender Familien bleiben bald außen vor. Da bleibt oft nur die Wahl einer neuen Uni, zum Beispiel im Osten der Republik. So ist eine WG in Dresden oder eine Wohnung in Leipzig deutlich günstiger als in Hamburg.

Vorschläge sind Mangelware

Pelka schlägt aus diesem Grund vor, dass sich Wissenschaftsbehörde und Hochschulen die Konsolidierung teilen. Die Wissenschaftsbehörde selbst will sich derzeit aber nicht zu den Vorwürfen äußern, die von der Hafencity-Universität, aber auch von vielen anderen Hochschulen kommen. Man stehe derzeit noch in Verhandlungen mit weiteren Unis und wolle deshalb keine Stellungnahme geben. Allerdings arbeite man mit Hochdruck daran, eine Lösung zu erarbeiten, die für alle Beteiligten zufriedenstellend und sinnvoll sei. Bis wann diese Lösung allerdings fertig gestellt sein wird und wie sie aussehen wird, darüber gab es bisher keine weiteren Aussagen seitens der Behörde. Man darf also gespannt bleiben, wie sich die Lage weiter entwickelt.

(SW)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *