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Montag, 20. Februar 2012

Immer mehr Studenten von Burnout betroffen

Bachelor-Studiengänge sollen das Studium einheitlicher gestalten und schneller und stressfreier zum begehrten Ziel, nämlich dem Abschluss, führen. Doch die Realität sieht anders aus, wie Experten, insbesondere Psychologen bestätigen. Studenten sind heute ihrer Meinung nach einem immer stärkeren Leistungsdruck ausgesetzt.

Bachelor-Studenten spüren einen immer stärker werdenden Leistungsdruck, wie Psychologen feststellen. Sie vergleichen sich zunehmend stärker mit ihren Kommilitonen, was sich auf die Vereinheitlichung der Bachelor-Studiengänge zurückführen lässt. Letzten Endes führt das zu erheblichen psychischen Belastungen.

Psychopharmaka besonders häufig verschrieben

Ein Bericht der Techniker Krankenkasse bestätigt diese Aussagen. Im Jahr 2010 waren Psychopharmaka und Antidepressiva die am häufigsten an Studenten verschriebenen Medikamente. Experten geben an, dass die Vergleiche der Noten, der Praktika, der Fortschritte im Studium eines der grundlegenden Probleme sein können. Natürlich haben sich Studenten auch schon früher anhand ihrer Noten miteinander verglichen. Allerdings waren die Studiengänge viel unterschiedlicher, der Leistungsvergleich war nicht so einfach möglich.

Weitere Gründe für das Burnout

Außerdem bestätigen die Psychologen, dass die Eltern der Studenten immer nachgiebiger zu ihren Kindern wären. Klingt gut, ist es aber nicht in allen Belangen: Die Erziehungsberechtigten böten ihren Sprösslingen in der Erziehung kaum Reibungsfläche oder Chancen für Auseinandersetzung, sondern förderten sie in allen Lebenslagen. Der Nachwuchs fühlt sich beim Studium in der „Bring-Schuld“: Mit guten Leistungen will man sich bei den Eltern bedanken, etwas zurückgeben, auf keinen Fall versagen.

Doch auch viele Must-Haves, die in den Köpfen der Studenten bestehen, sind Gründe, warum sie immer häufiger unter dem Erschöpfungssyndrom leiden. Die jungen Menschen glauben, sie müssen Auslandserfahrung haben, möglichst viele Praktika in möglichst angesehenen Unternehmen durchlaufen und ihr Studium mit einem bestimmten Alter zwingend abschließen. Das führt natürlich zu nicht zu unterschätzendem Stress, der wiederum zum Burnout führen kann. Die Praxis zeigt allerdings, dass die vermeintlichen Must-Haves gar nicht so zwingend erforderlich sind, wie vielfach angenommen. Gerade das Alter beim Abschluss des Studiums sei längst nicht mehr so wichtig, wie viele Studenten denken.

Neben dem Burnout zeigen sich bei immer mehr Studenten auch Angsterkrankungen und Depressionen, verursacht durch den enormen Druck beim Lernen.

(SW)

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