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Montag, 27. Februar 2012

Das „neue“ Lehramtsstudium: eine Verbesserung?

Das Studium auf Lehramt ist im Grunde genommen nicht so „erneuert“, wie oftmals behauptet. Und verbessert hat sich bisher auch nicht viel, so die Experten. Frühe Entscheidungen, längere Studienzeiten und starke Einschränkungen bei der Fächerwahl sind an der Tagesordnung.

Beim Lehramtsstudium hat sich einiges geändert seit „Bologna“, leider nicht nur zum Besten: Bis vor wenigen Jahren mussten Studenten im Schnitt sieben Semester studieren, um das Lehramtsstudium mit dem ersten Staatsexamen abzuschließen. Danach folgte die Referendariatszeit und anschließend ein zweites Staatsexamen. Obwohl die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zunächst an den Lehramtsstudenten vorbei gingen, haben sie sich mittlerweile auch hier durchgesetzt.

Der neue Studienablauf

Neu ist demnach, dass Lehramtsstudenten für den Bachelor im Schnitt sechs Semester studieren müssen. Für den Master brauchen sie noch einmal vier weitere Semester. Neu ist auch – und hier sehen Experten eine deutliche Verbesserung -, dass die schulpraktischen Studieninhalte deutlich erweitert wurden. Für die Studenten selbst macht die Praxis aber noch einen zu geringen Anteil am Studium aus, wie Umfragen ergaben.

Eine weitere Neuerung besteht darin, dass kein Staatsexamen mehr abgelegt wird, sondern die Unis selbst für die Abschlussprüfungen verantwortlich sind. Doch ergeben sich aus dieser Tatsache auch einige Probleme.

Probleme beim Lehramtsstudium

Zunächst einmal sind die Studenten stark eingeschränkt. Sie müssen sich oft schon zu Beginn des Studiums entscheiden, ob sie Lehrer für Grundschulen, Gymnasien oder Schulen mit der Sekundarstufe 1 werden wollen. Auch bei der Fächerwahl ist einiges zu bedenken. So ist es in Niedersachsen möglich, Physik und jedes andere Fach miteinander zu kombinieren. In Bayern dagegen darf Physik nur mit Mathe, Geografie, Englisch, Informatik oder Biologie studiert werden.

Das zeigt auch, dass es sehr schwer werden kann, während des Studiums an eine andere Uni zu wechseln. Und nicht zuletzt entscheidet genauso die Fächerwahl darüber, wo und wann ein Job gefunden wird. Schon das Referendariat ist nur mit der richtigen Fächerwahl schnell und in der Nähe zu finden. Um Physiklehrer reißen sich die Schulen beispielsweise, Deutsch- und Geschichtslehrer dagegen haben einen schweren Stand und müssen sich in der Regel über die Abschlussnote qualifizieren.

(SW)

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