News | Finanzen, Studium
Montag, 5. März 2012

Kosten für Erststudium nicht mehr als Werbungskosten abzugsfähig

Am 02.02.2012 wurde ein Urteil des 5. Senats des Finanzgerichts Münster vom 20. Dezember 2011 veröffentlicht, das für Aufsehen sorgt. Darin heißt es, dass die Kosten für das Erststudium nicht mehr als Werbungskosten, sondern lediglich als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt werden können.

Die Kosten, die ein Erststudium verursacht, können künftig nicht mehr als Werbungskosten, sondern jur als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Zugrunde liegt der Entscheidung des Finanzgerichts Münster der Fall eines Studenten, der im Jahr 2007 Werbungskosten in Höhe von 18.600 Euro geltend machte. Diese entstanden unter anderem durch einen Auslandsaufenthalt während des Studiums. Da der Student aber nur über geringe Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit in Höhe von etwa 1.600 Euro verfügte, konnte er die Kosten natürlich steuerlich nicht vollständig absetzen.

Deshalb wollte er einen Verlustvortrag, wie es für Werbungskosten üblich ist, für die Folgejahre feststellen lassen. Das Finanzamt kam diesem Wunsch jedoch nicht nach und erkannte die Kosten für das Erststudium lediglich als Sonderausgaben und damit mit maximal 4.000 Euro an. Die darüber hinausgehenden Kosten können im Rahmen des Sonderausgabenabzugs ebenfalls nicht als Verlustvortrag festgestellt werden, der Student damit auch im folgenden Jahr, als er Assistent eines Vertriebsvorstands wurde, nicht von dem Steuervorteil profitieren. Daraufhin zog er vor Gericht.

Die Entscheidung des Gerichts

Unter dem Aktenzeichen 5 K 3975/09 F hat der 5. Senat des Finanzgerichts Münster am 20.12.2011 zugunsten des Finanzamts entschieden. In der Urteilsbegründung wies das Gericht auf ein Gesetz aus dem Jahr 2011 hin, das besagt, dass die Kosten für das Erststudium rückwirkend bis zum Jahr 2004 lediglich als Sonderausgaben anzusehen seien. Damit sei weder ein Verlustvortrag möglich, noch könnten Kosten, die über 4.000 Euro hinausgingen, steuerlich berücksichtigt werden.

Ausnahmen gelten dem Gesetz zufolge nur dann, wenn es sich nicht um ein herkömmliches Studium handelt, sondern um eines, das im Rahmen eines Dienstverhältnisses geführt wird. Die Revision gegen das Urteil beim Bundesfinanzhof wurde allerdings zugelassen, so dass die endgültige Entscheidung in diesem Bereich noch nicht getroffen ist.

(SW)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *