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Montag, 12. März 2012

WG-Mietverträge: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wer in einer Wohngemeinschaft bzw. einer WG lebt, der sollte sich unbedingt auch um einen WG-Mietvertrag kümmern. In der Praxis wird dem rechtlichen Verhältnis nicht immer ausreichendes Augenmerk geschenkt, wenngleich gleich drei Alternativen für einen WG-Mietvertrag existieren.

Es ist nicht unüblich, vor allem während des Studiums, wenn das Geld knapp ist und man vielleicht in einer neuen Stadt Anschluss sucht, erst einmal in eine WG zu ziehen. Egal, ob die WG schon besteht oder neu gegründet wird: Es gibt verschiedene Arten, einen WG-Mietvertrag abzuschließen.

Ein gangbarer Weg ist die Anmietung einer Immobilie durch einen Hauptmieter. Dieser tritt gegenüber dem Vermieter in ein besonderes Rechten-und-Pflichten-Verhältnis ein und trägt unter anderem für den regelmäßigen Eingang der Miete Sorge. Zudem ist der Hauptmieter der einzige WG-Bewohner, der ein dauerhaftes und verbrieftes Wohnrecht in seiner Wohnung besitzt. Die übrigen Mitbewohner erhalten einen WG-Mietvertrag, der in diesem Fall als klassischer Untermietvertrag funktioniert. Ein Anspruch der Untermieter gegenüber dem Wohnungseigentümer existiert nicht, wenngleich letzterer die Untermiete im Vorfeld genehmigen muss. Auf Wunsch lässt sich zudem eine Eintrittsklausel vereinbaren, durch die bei Wegzug des Hauptmieters ein zuvor benannter Untermieter an dessen Stelle tritt.

Eine alternative Ausgestaltung eins WG-Mietvertrags ist die Aufnahme sämtlicher WG-Mitbewohner als Hauptmieter. Formaljuristisch ist jeder Bewohner der Wohnung dann auch gesamtschuldnerisch für die Mietzahlungen verantwortlich und muss sich im Zweifel im Binnenverhältnis seinen Anteil suchen. Für den Vermieter gewährleistet dieses Prozedere ein hohes Maß an Absicherung. Zudem können nur alle Hauptmieter gemeinsam den Mietvertrag kündigen, was jedoch durch eine so genannte Abänderungsklausel übergangen werden kann. In diesem Fall ist auch das zwischenzeitliche Ausscheiden eines WG-Bewohners möglich und führt lediglich zu einer Änderung im bestehenden Mietverhältnis.

Möglichkeit drei besteht im Schließen von eigenständigen Mietverträgen anstelle eines WG-Mietvertrags. Hier werden die Zimmer einer Wohnung explizit unter den einzelnen Mietern aufgeteilt und es existiert lediglich ein rechtliches Verhältnis zwischen Vermieter und den einzelnen Bewohnern. Ein Binnenverhältnis ist so nicht gegeben und in der Vergabe der einzelnen Zimmer ist der Vermieter zudem nicht auf die Zustimmung der Mieter angewiesen. Nachteil dieser Lösung ist die geringe Flexibilität seitens der Wohngemeinschaft und der hohe Verwaltungsaufwand für den Vermieter.

(SW)

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