Die WG renovierenDie WG renovieren. Foto: Petra Bork / PIXELIO
News | Wohnen
Dienstag, 13. März 2012

Die WG renovieren

Gerade in WGs, die schon sehr lange existieren, sehen die Gemeinschaftsräume nicht mehr ganz so frisch aus. In den Zimmern der einzelnen Bewohner kommt meist in regelmäßigen Abständen – besonders bei Auszügen – neue Farbe an die Wand. Was die Küche, den Flur und das Bad der WG angeht, sieht die Sache meist nicht so rosig aus: Vergilbte Wandfarbe, gebrochene Fliesen und abgewetzte Bohlen sind nach vielen Jahren naturgemäß an der Tagesordnung. Kann man für eine derartige Renovierung auf den Vermieter zurückkommen?

Wer übernimmt die Renovierung?

Renovierungsarbeiten wie der neue Anstrich in der Küche oder die Auswechslung unansehnlicher Kacheln werden als „Schönheitsreparaturen“ zusammengefasst und sind vermutlich einer der ältesten und häufigsten Streitpunkte zwischen Mieter und Vermieter. Wer kommt also für die Renovierung auf? Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich zuallererst über die Definition des Begriffes „Schönheitsreparatur“ im Klaren sein. Selbige sind Instandsetzungsarbeiten, die ihre Ursache in der Abnutzung aufgrund des bestimmungsgemäßen Gebrauchs der Mietsache haben. Mit dem Begriff „bestimmungsgemäßer Gebrauch“ ist das „normale Wohnen“ gemeint. Wenn der Wohnbereich also im regulären Alltagsgebrauch abnutzt, fallen Schönheitsreparaturen an. Werden im Wohnbereich Bauarbeiten durchgeführt und es geht dabei etwas kaputt, kann davon allerdings keine Rede sein. An dieser Stelle interessiert uns natürlich zuvörderst, wer für Schönheitsreparaturen am Ende aufkommen muss. Laut Gesetz ist dazu erst einmal der Vermieter verpflichtet, der jedoch diese Verpflichtung auf den Mieter abwälzen kann. Diesbezüglich gibt es in beinahe allen schriftlichen Verträgen eine Klausel, nach der die Verantwortung für etwaige Schönheitsreparaturen bei dem jeweiligen Mieter liegt. Nicht in jedem Fall sind diese Klauseln allerdings unantastbar. Im Zweifelsfall sollte man prüfen, wie wirksam die jeweilige Sondervereinbarung in Wirklichkeit ist und dazu findet man Informationen und Erfahrungsberichte von anderen Mietern auf www.baufi-info24.de. Sollte sich die Klausel als nicht rechtskräftig erweisen und muss der Vermieter also für die Reparaturen aufkommen, darf er die Miete auch nicht einfach als Folge erhöhen. In der jüngeren Vergangenheit wurden derartige Klagen vor Gericht abgewiesen.

Renovierung bei einem gemeinsamen Auszug

Hin und wieder kommt es vor, dass eine WG aufgelöst werden muss. Es könnte zum Beispiel passieren, dass nach einem Auszug die verbliebenen WG-Bewohner keinen Nachmieter mehr einsetzen dürfen, weil es zu viele Wechsel innerhalb kürzester Zeit gegeben hat. Kann/können der oder die verbliebene/n Mieter die Wohnung nicht alleine halten, bleibt meist nur die Aufgabe der Wohnung als letzte Option übrig. In den meisten Fällen muss die Wohnung dann in dem Zustand übergeben werden, in dem sie sich ursprünglich befand. In vielen Verträgen steht zum Beispiel, dass alle Räume gereinigt und weiß gestrichen werden müssen. Es sollten diesbezüglich immer Protokolle und Bilder angefertigt werden und bei sehr vielen Klauseln hilft gegebenenfalls auch eine Rechtsberatung.

(MR)

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