Humboldt Universität BerlinBerlin: Studium ohne Abi ist möglich. Foto: Rolf Handke / PIXELIO
News | Studium
Mittwoch, 28. März 2012

Berlin: Studieren ohne Abi

Das Studium galt immer als Privileg der Abiturienten – ohne die Allgemeine Hochschulreife war an den Besuch von Hörsälen nicht zu denken. In Berlin hat sich das jetzt geändert, auch Nicht-Abiturienten können Hochschulen besuchen. Die neuen Möglichkeiten werden gern genutzt.

Seit der Neufassung des Berliner Hochschulgesetzes 2011 wird der Zugang zu Hochschulen in der Hauptstadt Menschen ohne Abitur erleichtert. So ist es jetzt nach § 11 BerlHG möglich, „unter bestimmten schulischen und beruflichen Voraussetzungen […] auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife ein Studium an einer Berliner Hochschule zu beginnen“. Bereits vorher war es Nichtabiturienten möglich, nach einer Ausbildung und mit ausreichend Berufserfahrung fachgebunden zu studieren. Jetzt können Interessenten jedoch jede beliebige Richtung einschlagen, also auch fachfremde Studiengänge. Ausgenommen davon sind Fächer wie Medizin und Pharmazie, die stets einen sehr hohen Numerus Clausus haben und über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) vergeben werden.

Die neue Regelung findet in Berlin Anklang. Im vergangenen Wintersemester haben die Universitäten der Stadt eine deutlich ansteigende Nachfrage registrieren können. Während sich zum Semester 2010/11 rund 90 Interessenten ohne Abi beworben hätten, seien es 2011/12 über 150 Bewerber gewesen, sagte der Leiter der Studienabteilung in der Humboldt-Universität (HU), Steffan Baron zum rbb. Auch die Sprecherin der Technischen Universität (TU), Steffi Terp, berichtet dem Rundfunk Berlin Brandenburg von einem deutlich höheren Interesse seit 2011. Dort seien 93 Studenten ohne Abitur eingeschrieben. Und auch an der Freien Universität ist die Nachfrage gestiegen. Insgesamt sind an den Berliner Hochschulen mehrere Hundert Studenten ohne Abitur immatrikuliert.

Dass Studieninteressierte, die sich nach § 11 des Berliner Hochschulgesetzes bewerben, auch eine Chance erhalten, garantieren HU und FU auf ihrer Internetpräsenz. Beide erklären, dass für entsprechende beruflich qualifizierte Bewerber acht Prozent der Studienplätze vorgesehen sind. Wer also kein Abitur, dafür jedoch eine ausreichende berufliche Qualifikation vorweisen kann, erfüllt in vielen Fällen die Bedingungen für einen Studienplatz in Berlin. Bei wem dies nicht der Fall ist, hat darüber hinaus nach wie vor die Möglichkeit, über den zweiten Bildungsweg eine Hochschulreife nachzuholen.

(LT)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *