Hochschule LausitzIn der Lausitz soll eine Energieuniversität gegründet werden. Foto: Z thomas/wikimedia/cc-by-sa3.0
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Mittwoch, 18. April 2012

Lausitz: Kunst wirbt für die Gründung einer Energieuniversität

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst wirbt für die Weiterentwicklung der Hochschulen und die Neugründung einer Universität in der Lausitz. Rund 2000 Studenten und Hochschulmitarbeiter protestieren gegen die Pläne einer neuen Energieuniversität.

In der Lausitz soll eine neue Universität entstehen, das fordert Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos). Bei einer Sondertagung der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung hat sie jetzt die Politiker sowie die Professoren und Studenten der Brandenburgischen Universität Cottbus (BTU) und der Hochschule Lausitz (FH) dazu aufgerufen, an der Profilierung des Hochschulstandortes mitzuwirken. Acht neue Fakultäten, eine gemeinsame Einrichtung der Studierendengewinnung und -vorbereitung sowie eine Weiterbildungseinrichtung für Berufstätige und Unternehmen sollen gegründet werden – dies sei eine großartige Chance für die Energieregion Lausitz in Brandenburg.

Mit weit über 200 Professuren soll die neue Hochschule, den Angaben der Wissenschaftsministerin zufolge, neben der Viadrina in Frankfurt (Oder) und der Uni Potsdam die dritte große Universität im Land werden. Zu diesem Zweck sollen die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) und die FH Lausitz fusionieren, Schwerpunkt des neuen Instituts soll die Energieforschung sein. Sabine Kunst will dazu die forschungsorientierten Studiengänge der BTU mit den praxisnahen Studiengängen der FH kombinieren. Die ersten Studenten würden dann bereits im kommenden Wintersemester 2013/2014 an den Standorten Cottbus und Senftenberg immatrikuliert, die beide bestehen bleiben.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) begrüßt die Pläne zur Neugründung einer Energieuniversität in der Lausitz. Der Aufbau einer neuen Hochschule mit einem Fokus auf die Bereiche Energie, Umwelt und Mensch sei ein wissenschaftspolitisches Aufbruchssignal, sagte er laut Angaben von T-Online am Mittwoch im Brandenburger Landtag. Energie sei eines der zentralen Zukunftsthemen und mit der Neugründung werde die Lausitz nicht geschwächt, sondern gestärkt. Er kritisierte jedoch „die Art und Weise wie die Universität, der Mittelbau, die Studenten und die betroffenen Region – die Lausitz – in den Findungsprozess zur Neugründung eingebunden worden ist. Nämlich gar nicht.“

Eben dieses Problem ruft zahlreiche Demonstranten der BTU auf den Plan. 2000 Studierende und Mitarbeiter der Hochschule protestierten mit Plakaten, Trillerpfeifen und T-Shirts mit der Aufschrift „We love BTU“ gegen die Fusionspläne der Ministerin und die daraus resultierende Auflösung ihrer Hochschule. Jetzt warten sie ab, wie die Debatte über die geplante Energieuniversität weitergeht: Am 27. März stellt sich Sabine Kunst einer Podiumsdiskussion in Cottbus.

(Redaktion)

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