Frankfurt, Ausblick MaintowerAuch in der Großstadt Frankfurt haben es die Studenten schwer eine Wohnung zu finden. Foto: Makrodepecher / PIXELIO
News | Wohnen
Donnerstag, 19. April 2012

Mangel an Studentenwohnungen in deutschen Großstädten

Günstige Studentenwohnungen werden zu Mangelware, das zeigt eine aktuelle Studie. In Frankfurt ist die Not besonders groß – deshalb hat ein Verein jetzt eine Initiative gegründet, die Suchenden zumindest für eine begrenzte Zeit ein bezahlbares Dach über dem Kopf bietet.

Es ist ein altbekanntes Problem, das jetzt in einer Studie bestätigt wurde: In deutschen Großstädten wird Wohnraum knapp, besonders Studenten fehlt es dabei an bezahlbaren Mietwohnungen. Bis 2017 wird es in Deutschland rund 400.000 Mietwohnungen zu wenig geben, die Hälfte davon in Großstädten. Zu diesem Ergebnis kommt das Pestel-Institut in Hannover in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie „Mietwohnungsbau in Deutschland 2012“. Besonders schlecht kommen bei der Untersuchung Großstädte, Ballungszentren und Universitätsstädte weg – dort hat sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt in den letzten Jahren deutlich zugespitzt. Aktuell fehlen in den zehn deutschen Großstädten, die den stärksten Wohnungsmangel haben, mehr als 100.000 Mietwohnungen – rund 17.500 davon allein in Frankfurt am Main.

Damit Studenten, die in der hessischen Landeshauptstadt keine bezahlbare Wohnung finden, nicht ohne Dach über dem Kopf dastehen, versucht ein Verein jetzt Alternativen zu bieten. „Wohnrauminitiative“ nennt er sich und hilft finanzschwachen Wohnungssuchenden, indem er leerstehende Mietobjekte findet und vorrangig an Studenten und Auszubildende weitervermietet. „In der Innenstadt ist wirklich preisgünstiger Wohnraum, etwa für Studenten, eigentlich kaum noch zu kriegen“, sagt Guido Risse, Vorsitzender des Vereins, gegenüber der Frankfurter Neuen Presse. Neben Wohnungen in den Stadtteilen Sindlingen und Griesheim vermietet der Verein deshalb jetzt auch in Höchst WG-Zimmer und Wohnungen. Dabei soll es weniger auf Lage und Schönheit der Mietobjekte ankommen, sondern vor allem darauf, den Suchenden überhaupt ein Dach über dem Kopf zu ermöglichen und ihnen mehr Zeit zu geben, anschließend nach einer Wohnung zu suchen.

Das vom Verein erworbene Haus an der Bolongarostraße 122 in Höchst wird zwar in einem Jahr abgerissen, bis dahin sollen die Zimmer jedoch im Rahmen der Wohnrauminitiative noch einmal vermietet werden. Dazu wurde laut Informationen der Frankfurter Neuen Presse bereits von Helfern der Initiative gestrichen und frischer Teppich verlegt. Zudem sollen die Zimmer mit Singleküchen bestückt werden – zwei Herdplatten und einer Spüle. Wenn außerdem noch Regale angebracht werden müssen, können die Helfer eine günstige Bohrmaschine im Internet bestellen. Dass der Wohnraum sehr knapp ist, zeigt die Tatsache, dass sich die Toiletten auf dem Flur befinden. Die Miete für ein Zimmer soll ab etwa 200 Euro losgehen – im Stadtvergleich ein echtes Schnäppchen. Bis März wird dem Verein das Haus an der Bolongarostraße von der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) zur Verfügung gestellt, danach wird sich die Initiative wieder auf die Suche nach preisgünstigen Angeboten begeben. Wenn die Studenten selbst aktiv werden wollen, können sie sich zum Beispiel durch einen Praktiker Gutschein preisgünstig die Wohnungen nach ihren Wünschen gestalten.

(Redaktion)

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